Montag, 1. April 2013
Freitag, 30. November 2012
Hertha BSC - 1. FC Köln: Geglückter Fanprotest, Kritik am Fanprojekt und ein famoser Torjubel
[ge]dacht: Das hat richtig Wirkung! Denn es zeigt einfach, was den Fußball wirklich ausmacht. Auch wenn das Geld woanders herkommt.
[ge]sessen: In den ersten zwölf Minuten im Kölner Block. Dann aufgestanden.
[ge]lacht: …und zwar herzlich: Kanon-Gesänge gegen den Deutschen-Fußball-Bund von Kölnern und Herthanern. Kaum waren die beendet, schmetterten die Herthaner ein Anti-Köln-Lied. Die Kölner bemühten sich schnell auch noch was Fieses hinterherzurufen. Aber das Schmunzeln überwog doch eindeutig.
[ge]dacht: Ein handzahmer, tiefenentspannter Gästeblock mit rund 2000 Leuten. Hinter mir machte jemand noch seine Mathehausaufgaben. Das soll also eine der schlimmsten Fangruppen Deutschlands sein?
[ge]standen: Neben Andreas, der Sonntag gegen Ingolstadt sein 200. (!!) FC-Pflichtspiel in Folge sieht. Nicht auf Sky, sondern vor Ort, im Stadion! Wahnsinn.
[ge]freut: Schön heimelig und familiär so ein Gästeblock an einem Donnerstagabend in Berlin.
[ge]sehen: Ein sehr trostloses Olympiastadion. Drei Grad, Regen, Wind, die halbe Haupttribüne im Oberring geschlossen, ebenso der Oberrang im Gästeblock. Ja, es ist erst ein Jahr her, als wir hier als ambitionierter Erstligist standen. Lieber nicht dran denken…
[ge]ärgert: Dass das Kölner Fanprojekt keine Leute an Autobahnraststätten aufsammelt. Auch nicht, wenn es seriöse, vertrauenswürdige und vor allem langjährige Mitglieder UND (Auswärts)Dauerkarteninhaber sind. Dienst nach Vorschrift ist das eine. Aber ein bisschen Fingerspitzengefühl das andere. Wenn man den wirklich allertreusten der Treuen, die für das Spiel zwei Urlaubstage opfern, eine solche Fahrt zusätzlich erschwert, finde ich das absolut nicht in Ordnung.
[ge]wärmt (worden): Durch den Schal, den mir das FanProjekt vor einiger Zeit für zehn Jahre Mitgliedschaft geschenkt hat. Muss man dann ja auch sagen.
[ge]dacht: Leider schlechte Stimmung im Block. Schon in der Mitte des Unterrangs hörte man kaum mehr, was unten gesungen wurde. An diesem Abend, in dieser Liga und in dieser Situation verbietet sich aber Kritik an Auswärtsfahrern, finde ich. Erstaunlich laut dagegen der Heimblock. Das hat mich wirklich überrascht.
[ge]jubelt: Die Sekunden, für die man sich an diese Orte begibt: Abends unter der Woche mit ein paar wenigen Verrückten in Führung zu gehen. Momente, in denen sich solche Abende ins extreme Gegenteil umkehren können.
[ge]lacht: Alleine die ungläubigen Torjubel von Kevin McKenna sind es wert, dass er auch weiter trifft.
[ge]wundert: Über das millionenschwere Dach des Olympiastadions, das zwischen Lichtanlage und gläsernem Vordach unfassbar undicht ist.
[ge]sehen: Eine Toilette im Gästeblock ohne Aufkleber. Da hat jemand zwischen den Spieltagen aber immer ganz schön viel Arbeit.
[ge]habt: Einen Ohrwurm. Nach dem Spiel. Allerdings von einem Hertha-Song.
[ge]freut: Über Spieler, die sich nach dem Abpfiff vor die Kurve gestellt haben. Und den Fans nicht routiniert, sondern anerkennend applaudierten.
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FC
Sonntag, 21. Oktober 2012
Jahn Regensburg - 1. FC Köln
Glückwunsch an alle Regensburg-Fahrer! Nur wer bis dorthin fährt & bis zum Ende bleibt hat solche Spiele verdient! #effzeh
— Büdchenchef (@Buedchenchef) Oktober 20, 2012
Many thanks to the fans who made the long trip. We heard the loud noise from the start to the end #effzeh
— Anthony Ujah (@ujah_13) Oktober 20, 2012
First stop and we found out its not just us who needs a break... Fans too ;) twitter.com/ujah_13/status…
— Anthony Ujah (@ujah_13) Oktober 20, 2012
Sonntag, 16. September 2012
1. FC Köln: Ex-Spieler bei 12 der 17 übrigen Zweitligisten
Der FC und seine Ex-Spieler - in der Vergangenheit war das häufig eine für unseren Klub unangenehme Geschichte. Dann nämlich, wenn die Ex-Spieler besonders motiviert gegen den Effzeh zu Werke gingen. Zuletzt bezwangen uns Carsten Baumann, Tobias Nickenig und Oliver Schröder mit Erzgebirge Aue.
Auf Grundlage des Kicker-Sonderheftes habe ich einmal rausgesucht, in welchen Klubs noch weitere Ex-FC-Spieler und Trainer sich in dieser Saison auf uns freuen.
Ganz schön erstaunlich: Insgesamt gibt's in 12 der 17 übrigen Zweitligisten Spieler oder Trainer mit FC-Vergangenheit.
Hertha BSC
Jos Luhukay, Co-Trainer von 2002-2005. Nach der Entlassung von Friedhelm Funkel auch kurzzeitig Interimscoach.
Marcel Ndjeng, ne kölsche Jung, von 1996 - 2004 im Klub.
1. FC Kaiserslautern
Enis Alushi, von 2003 - 2007 bei den FC-Amateuren. Dauerbrenner im Südstadion.
FC St. Pauli
Florian Kringe, von 2002-2004 beim FC, hat ein paar schöne Tore in der 2. Liga gemacht.
Marius Ebbers, von 2003-2005 im Klub. Unvergessen seine beiden Tore zum 3:2 Sieg gegen Dynamo Dresden nach 0:2 Rückstand in der Saison 2004/2005.
Christopher Buchtmann, kurz vor Saisonstart gewechselt, trägt bei St. Pauli nun die Nummer 10
Union Berlin
Michael Parensen, von 2007 bis 2009 bei den Amateuren aktiv. Ist mir jedoch nicht weiter aufgefallen.
Simon Terodde, kam 2009 über Düsseldorf zu den FC-Amateuren, traf im Dezember 2010 im unsäglichen Pokalspiel gegen Duisburg für die Profis
MSV Duisburg
Roland Müller, Torhüter, von 1998 (da war er 10) bis 2010 im Verein. Hat bereits 5 Länderspiele für die Philippinen. Hab den Namen ehrlich gesagt noch nie gehört
Daniel Brosinski, von 2008 bis 2010 beim FC, unvergessen sein Spiel bei Bayern München: erfolgreicher Ribery-Manndecker und Torschütze beim 2:1 Auswärtssieg
VFL Bochum
Lukas Sinkiewicz, von 1996 bis 2007 im Verein, FC-Kapitän, Nationalspieler, dann nach Leverkusen.
FC Ingolstadt
Marvin Matip, 2005 vom VFL Bochum als Riesen-Talent zum FC gekommen, konnte sich nie wirklich durchsetzen.
Moritz Hartmann, spielte von 2006 bis 2009 bei den Amateuren
FSV Frankfurt
Björn Schlicke, kam vom HSV, spielte die Saison 05/06 beim FC, zunächst sogar als Kapitän. Unvergessen: Sein Elfmeter zum 1:0 am 1. Spieltag gegen Mainz in der 90. Minute.
Erzgerbirge Aue
Carsten Baumann, verbrachte die meiste Zeit seines Fußballerlebens in Köln, ehe er 1998 zum BVB wechselte.
Tobias Nickenig, von 2007-2012 beim FC, unter Christoph Daum zwischendurch auch in der 1. Mannschaft
Oliver Schröder, von 2002-2004 beim FC, damals eine Leihgabe von Hertha BSC
SV Sandhausen
Timo Achenbach, von 2004-2005 beim FC und damals erfahrener U21-Nationalspieler
VfR Aalen
Ralph Hasenhüttl, stets sympathischer Typ, in der Aufstiegssaison 99/00 beim FC.
Jahn Regensburg
Christian Rahn, von 2005 - 2006 beim FC, 5-Länderspiele. Kam damals im Winter vom HSV.
Thiemo Jerome Kialka, Jahrgang 1989, spielte von 2007 bis 2012 beim FC.
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Auf Grundlage des Kicker-Sonderheftes habe ich einmal rausgesucht, in welchen Klubs noch weitere Ex-FC-Spieler und Trainer sich in dieser Saison auf uns freuen.
Ganz schön erstaunlich: Insgesamt gibt's in 12 der 17 übrigen Zweitligisten Spieler oder Trainer mit FC-Vergangenheit.
Hertha BSC
Jos Luhukay, Co-Trainer von 2002-2005. Nach der Entlassung von Friedhelm Funkel auch kurzzeitig Interimscoach.
Marcel Ndjeng, ne kölsche Jung, von 1996 - 2004 im Klub.
1. FC Kaiserslautern
Enis Alushi, von 2003 - 2007 bei den FC-Amateuren. Dauerbrenner im Südstadion.
FC St. Pauli
Florian Kringe, von 2002-2004 beim FC, hat ein paar schöne Tore in der 2. Liga gemacht.
Marius Ebbers, von 2003-2005 im Klub. Unvergessen seine beiden Tore zum 3:2 Sieg gegen Dynamo Dresden nach 0:2 Rückstand in der Saison 2004/2005.
Christopher Buchtmann, kurz vor Saisonstart gewechselt, trägt bei St. Pauli nun die Nummer 10
Union Berlin
Michael Parensen, von 2007 bis 2009 bei den Amateuren aktiv. Ist mir jedoch nicht weiter aufgefallen.
Simon Terodde, kam 2009 über Düsseldorf zu den FC-Amateuren, traf im Dezember 2010 im unsäglichen Pokalspiel gegen Duisburg für die Profis
MSV Duisburg
Roland Müller, Torhüter, von 1998 (da war er 10) bis 2010 im Verein. Hat bereits 5 Länderspiele für die Philippinen. Hab den Namen ehrlich gesagt noch nie gehört
Daniel Brosinski, von 2008 bis 2010 beim FC, unvergessen sein Spiel bei Bayern München: erfolgreicher Ribery-Manndecker und Torschütze beim 2:1 Auswärtssieg
VFL Bochum
Lukas Sinkiewicz, von 1996 bis 2007 im Verein, FC-Kapitän, Nationalspieler, dann nach Leverkusen.
FC Ingolstadt
Marvin Matip, 2005 vom VFL Bochum als Riesen-Talent zum FC gekommen, konnte sich nie wirklich durchsetzen.
Moritz Hartmann, spielte von 2006 bis 2009 bei den Amateuren
FSV Frankfurt
Björn Schlicke, kam vom HSV, spielte die Saison 05/06 beim FC, zunächst sogar als Kapitän. Unvergessen: Sein Elfmeter zum 1:0 am 1. Spieltag gegen Mainz in der 90. Minute.
Erzgerbirge Aue
Carsten Baumann, verbrachte die meiste Zeit seines Fußballerlebens in Köln, ehe er 1998 zum BVB wechselte.
Tobias Nickenig, von 2007-2012 beim FC, unter Christoph Daum zwischendurch auch in der 1. Mannschaft
Oliver Schröder, von 2002-2004 beim FC, damals eine Leihgabe von Hertha BSC
SV Sandhausen
Timo Achenbach, von 2004-2005 beim FC und damals erfahrener U21-Nationalspieler
VfR Aalen
Ralph Hasenhüttl, stets sympathischer Typ, in der Aufstiegssaison 99/00 beim FC.
Jahn Regensburg
Christian Rahn, von 2005 - 2006 beim FC, 5-Länderspiele. Kam damals im Winter vom HSV.
Thiemo Jerome Kialka, Jahrgang 1989, spielte von 2007 bis 2012 beim FC.
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FC
Sonntag, 2. September 2012
Kevin Pezzoni: Shitstorm der Primaten
Eigentlich ist es eine nur logische Entwicklung. Man nehme: Die
Die Folge bei Erfolglosigkeit: Der Shitstorm für Fußballspieler. Wuchtiger, aggressiver und vermutlich viel verletzender, als man ihn bei anderen Themen kennt. Fußball ist Emotion, das
Man kann sagen: Das ist für die Spieler der Preis, wenn man im Mittelpunkt steht. Zu einem gewissen Teil ist das richtig. Ich behaupte aber: Im kollektiven Dummheitstaumel verliert ein Großteil jedes Maß. Der Fußballer als nützlicher Idiot.
Kevin Pezzoni musste in der vergangenen Woche eine beeindruckende Ansammlung von Schwarmdummheit ertragen. Er hat schlecht gespielt, er hätte nicht spielen sollen. Er hat Fehler gemacht, die mitentscheidend für den schlechten FC-Start waren.
Und dann liest er, wie ihn Tausende Leute bei Facebook beschimpfen, sagen, dass er endlich abhaun soll. Und dann sieht er, wie sich eine Gruppe bildet, der ihm auf die Fresse hauen will und Hunderte dieser Gruppe beitreten. Und dann stehen da tatsächlich Leute vor seiner Tür.
Niemand kann es ihm übel nehmen, dass er nie wieder etwas mit diesem Verein zu tun haben möchte.
Was ist das für ein Denken? Der nützliche Idiot, der soll uns also dankbar sein, sonst ziehen wir mal ganz andere Seiten auf? Und Facebook als perfekter Verstärker. Und wenn sich alles wie bei einem Brennglas fokussiert - umso besser und einfacher.
Allerdings: Wer sich wie eine Bande von Primaten benimmt, der darf sich nicht wundern, wenn er von den Spielern auch als solche angesehen wird.
Nun sind sich wieder alle einig: Das darf es nicht geben. Die so genannten "echten" Fans machen so etwas nicht. Einige wenige Idioten. Und natürlich: Jeder sollte doch bitte auch einmal über sich selbst nachdenken. Das ist gut gemeint: Im Profil-Fußball aber wohl einer der wirkungslosesten Sätze, die es überhaupt gibt. Denn eines ist ganz gewiss: Irgendetwas ändern wird sich durch diesen Vorfall nicht
In der Bundesliga-Welt ist alles auf Dienstleistung ausgerichtet. Beim FC habe ich meine Kundennummer. Das Verhältnis zwischen Zuschauer und Spieler hat sich im vergangenen Jahrzehnt stark professionalisiert - besonders von Seiten der Zuschauer. Das muss man nicht gut oder schlecht finden, man sollte es aber zur Kenntnis nehmen. Welche Folgen das auch haben kann, sehen wir nun bei Kevin Pezzoni.
Derzeit bin ich froh, nicht zu Heimspielen fahren zu können und nicht unter allen diesen längst abgestumpften Zynikern sitzen zu müssen, die schon viel zu lange eine Dauerkarte haben und sich jahrelang schlechte Spiele ansehen mussten. Ich genieße es, im Auswärtsblock zu stehen, mit 2000 Leuten, die ihren Verein unterstützen. Ich finde es gut, dass die aktive Szene geduldig ist und hinter dem Neuanfang steht. Und ich würde mir wünschen, dass einige Leute nicht ihr Hirn abgeben, wenn sie anfangen, an den FC zu denken.
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Dienstag, 7. August 2012
Eintracht Braunschweig - 1. FC Köln: Das hat Spaß gemacht, Jungs!
Das Gegentor, der Schlusspfiff, der aufgekratzte Herzschlag in den letzten Minuten - das waren die hässlichen Momente bei der 0:1 Niederlage des 1. FC Köln bei Eintracht Braunschweig.
Es magtreudoof klingen, aber der Tag bleibt mir insgesamt in guter Erinnerung. Endlich befreit von Seilschaften der Vergangenheit, Mannschaft und Fans präsentieren sich ordentlich - das alles hat mir viel besser gefallen, als das fiese Gegurke eines zerfallenen Gebildes eine Liga höher. Bleibt nur die Frage, wie lange man so geduldig ist...
Es mag
[ge]sehen: Die Meisterschale in der Frontscheibe eines FC-Busses auf dem Gästeparkplatz. Über den Fanclub-Namen schweigen wir genüsslich.
[ge]spürt: Unglaublich, wie heiß der Gästeblock drauf war, dass es wieder
losgeht. Einige freuten sich wie kleine Kinder. Eine Stunde vor Spielbeginn: Das erste Klatschen, dann hallt zum
ersten Mal ein "FC" durchs Stadion. Unbezahlbares Gefühl!
[ge]freut I: Fast alle FC-Spieler gehen nach Spielende am Zaun entlang und klatschen die Fans ab. Ich glaube, eine solche Nähe ist besonders wichtig: Denn in genau diesen Momenten schnappen die Spieler viel auf, hören aufmunternde Sätze und sehen den Leuten dabei direkt in die Augen. Wie oft ist das in den letzten Jahren passiert? Genau, nie.
[ge]freut II: Die Unaufgeregtheit der Gastgeber. Eigentlich ist es zu erwarten, dass der Stadionsprecher im Moment des Schlusspfiffs alle Dämlichkeiten ablässt, die er während des Spiels nicht verlautbaren konnte. Diesmal das komplette Gegenteil. Nichtmal Party-Musik in überdrehter Lautstärke, auch vor dem Spiel nicht. Sehr, sehr angenehm.
[ge]wundert (oder auch nicht): Ordner am Gästeblock-Eingang, die in der Sommerpause mindestens so viel Zeit im Fitnessstudio und beim Tätowierer verbracht haben, wie die FC-Truppe auf dem Trainingsplatz
[ge]sungen: Viel und laut und das ganze Spiel. Ging aber auch gar nicht anders - weil ausnahmslos alle mitgemacht haben.
[ge]ärgert: Bier (0,5 l für 3 Euro) ohne Alkohol. Was sicher keine Überraschung war. Besonders bitter: Die Auswärtsspiele, wo es anders sein wird, kann man vermutlich an einer Hand abzählen.
[ge]dacht: Vielleicht wird's in einigen Monaten bei Auswärtsspielen ja wieder wesentlich familiärer.
[ge]fühlt (mit): Timo Horn. Durfte in der Vorbereitung keine wirkliche Parade zeigen. Konnte es diesmal auch nicht.
[ge]freut III: Über die Stimmung. Und die Anerkennung der Heimfans dafür.
[ge]kauft: Zwei eiskalte Bier. Auf der Rückfahrt an der Tankstelle.
[ge]merkt: Die Vorverkaufs-Taktik der Braunschweiger hat geklappt. Außerhalb des Gästeblocks waren kaum Kölner.
[ge]wundert (oder auch nicht) II: Polizei mit Schienbeinschonern, alle FC-Fans mussten auf einen seltsam improvisierten und blickdicht verpackten Parkplatz vor dem Gästeblock. Jeder Fan betrat das Stadion durch ein Nadelöhr mit mehreren Durchlässen. War vermutlich alles hochimprovisiert, wirkte aber sorgfältig ausgedacht.
[ge]dacht: Der Trend geht ja dahin, alle taktischen Feinheiten neuerdings auseinander zu nehmen. Wie kann man Poldolski perfekt in Szene setzen? Was ist nun wirklich die hohe Schule des Fußballspiels? In der 2. Liga wird das alles ein wenig zurückgefahren - auch die Ansprüche. Wirkte am ersten Spieltag richtig wohltuend.
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Freitag, 25. Mai 2012
Der Abrisswahn und die Folgen
Von der Stimmungshochburg zur Plastikschalenwüste. Nach 86 Jahren wird das Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße in Essen abgerissen. RW Essen spielt künftig in einem Neubau wenige Meter weiter. Das ist gefährlich, denn häufig rauben neue Arenen den kleineren Traditionsklubs ihr Gesicht - anstatt sie zu sanieren.
Dies ist kein Beitrag für Leute, die 2006 auf der Fanmeile zum ersten Mal bewusst ein Fußballspiel gesehen haben. Und auch nicht für solche, deren Liebe zu Borussia Dortmund erst vor zwei Jahren wieder erstarkt ist. Dies ist ein Beitrag für Leute, die Montagsabends auf den - alten - Stufen am Millerntor gestanden haben, sich auf dem alten Tivoli gedrängt haben oder die gerne an die Hafenstraße gingen.
Ja, dieser Beitrag ist mit heißem Herz und nicht mit kühler Feder geschrieben. Das klingt vielleicht nach kitschiger Früher-War-Alles-Besser-Romantik, die mit den Bundesliga-Neubauten und der (überzeugenden) Wutrede von Uli Hoeness ("Eure Scheiß Stimmung") doch eigentlich überwunden geglaubt war. Das stimmt nicht ganz. Denn bei einigen Vereinen ist das Thema aktueller denn je.
Die großen Klubs in Deutschland spielen längst modernen Arenen. Das ist nötig wie professionell, wenn man bedenkt, dass die Bedeutung des Fußballs niemals höher war als in der heutigen Zeit. Und wer will schon etwas gegen die Entwicklung sagen, dass Dortmund mit 80000 (!) Fans zum Pokalfinale nach Berlin kommt, dass hunderttausende Menschen Spiele zwischen dem BVB und Bayern sehen wollen, dass die Nationalspieler so populär sind, wie noch nie? Geschenkt.
Es geht in diesem Text nicht um die Großen, die die Massen begeistern - es geht um die Kleinen, besser gesagt: Die Kleineren, die früher Großen; und die, die den Fußball kennen, bevor er so populär wie heute wurde. Natürlich, sie eifern den Großen nach. Das aber bedroht sie in ihrem Wesen.
Der neue Fertigbeton hat nicht nur Einzug die neuen Hauptorte der dritten Liga, wie Heidenheim und Wehen gehalten. Längst wurden damit auch die traditionsreichen Orte der Vergangenheit planiert. Ende der 90er Jahre wurden er zunächst auf der Bielefelder Alm verlegt, inzwischen ist er auch auf dem Bieberer Berg in Offenbach installiert, das Tivoli-Stadion in Aachen ist von einem Hexenkessel zur Plastikschalenwüste mutiert. Und nun wird auch in Essen ein neues Stadion gebaut.
Die Vereine betonen die Notwendigkeit kompletter Stadionneubauten. Weit am Horizont steht für sie irgendwo eine Rückkehr auf die große Fußballbühne. Was die Klubs dabei vergessen, sind die Faktoren, die ihren Verein noch immer attraktiv erscheinen lassen. Dinge, die bei Vereinen direkt unterhalb des Profifußballs viel wichtiger sind, als bei den Big-Playern, wo die Masse, die riesige Medienpräsenz,alles vieles ausgleicht.
Faktoren, wie die drei Tribünen von Essen, wie die Steh-Gegengerade in Bielefeld. Ein bisschen schief, ein bisschen unperfekt, ein bisschen alt - aber mit einer Verbindung zu dem, was den Verein ausmachte, als die Leute von ihm fasziniert wurden. Sie atmet Geschichte, erzeugt Atmosphäre. Natürlich modernisierungsbedürftig - allerdings: Nicht abrisswürdig!
Die richtige Balance zwischen Alt und Neu ist in vielen neuen Stadien der sogenannten Traditionsvereine mittlerweile ausradiert. Das ist gefährlich. Man kann eine neue Steh-Tribüne, wie in Offenbach bauen, die Faszination der alten wird sie nicht mehr erreichen. Man kann ein neues Stadion in Essen bauen - die alte Haupttribüne wird unerreicht bleiben.
Viele der Klubs setzen vor einem Neubau ihre ganze Hoffnung in eine moderne Arena. Motto: Wenn das Ding erstmal steht, wird schon alles gut. Dass eben nicht alles gut wird, das wird gerne vergessen. In Wahrheit blenden sie den ohnehin schmalen Grad zwischen Notwendigkeit und Flair des Klubs, das zunächst vielleicht Unbewusste, vollständig aus - die Finanzierung einmal völlig außen vor gelassen.
Den Spagat zwischen neuem Stadion, neuer Begeisterung und Wahrung des Gesichts haben unterhalb der 1. und 2. Liga bislang jedenfalls viel weniger Vereine gemeistert, als man es zunächst annehmen konnte.
Ja, ein neues Stadion ist wichtig für die Zukunft - genauso wichtig aber ist es, die Vergangenheit zu bewahren. Das gilt besonders für die Vereine, die kaum etwas anderes haben, als die schöne Erinnerung an frühere Zeiten.
Übrigens: Es gibt auch Beispiele, wo es vorbildlich gelungen ist, eine Spielstätte zukunftstauglich zu machen und zugleich ihren Charakter beizubehalten, wie etwa an der Alten Försterei in Berlin. Woanders kommt die Planierraupe.
Glaubt jemand ernsthaft, dassder neue Bieberer Berg das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion, die neue Hafenstraße anders werden als die Alm Schüco Arena, der Tivoli? Auf Jahre hinaus nehmen sich Vereine wie Offenbach und Essen mit den Neubauten ein Stück ihrer Faszination.
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| Das Georg-Melches-Stadion in Essen im Jahr 2005. Hier wird nie wieder ein Fußballspiel stattfinden |
Dies ist kein Beitrag für Leute, die 2006 auf der Fanmeile zum ersten Mal bewusst ein Fußballspiel gesehen haben. Und auch nicht für solche, deren Liebe zu Borussia Dortmund erst vor zwei Jahren wieder erstarkt ist. Dies ist ein Beitrag für Leute, die Montagsabends auf den - alten - Stufen am Millerntor gestanden haben, sich auf dem alten Tivoli gedrängt haben oder die gerne an die Hafenstraße gingen.
Ja, dieser Beitrag ist mit heißem Herz und nicht mit kühler Feder geschrieben. Das klingt vielleicht nach kitschiger Früher-War-Alles-Besser-Romantik, die mit den Bundesliga-Neubauten und der (überzeugenden) Wutrede von Uli Hoeness ("Eure Scheiß Stimmung") doch eigentlich überwunden geglaubt war. Das stimmt nicht ganz. Denn bei einigen Vereinen ist das Thema aktueller denn je.
Die großen Klubs in Deutschland spielen längst modernen Arenen. Das ist nötig wie professionell, wenn man bedenkt, dass die Bedeutung des Fußballs niemals höher war als in der heutigen Zeit. Und wer will schon etwas gegen die Entwicklung sagen, dass Dortmund mit 80000 (!) Fans zum Pokalfinale nach Berlin kommt, dass hunderttausende Menschen Spiele zwischen dem BVB und Bayern sehen wollen, dass die Nationalspieler so populär sind, wie noch nie? Geschenkt.
Es geht in diesem Text nicht um die Großen, die die Massen begeistern - es geht um die Kleinen, besser gesagt: Die Kleineren, die früher Großen; und die, die den Fußball kennen, bevor er so populär wie heute wurde. Natürlich, sie eifern den Großen nach. Das aber bedroht sie in ihrem Wesen.
| Eng, enger, Tivoli. Damals renovierungsbedürftig, heute abgerissen. |
Der neue Fertigbeton hat nicht nur Einzug die neuen Hauptorte der dritten Liga, wie Heidenheim und Wehen gehalten. Längst wurden damit auch die traditionsreichen Orte der Vergangenheit planiert. Ende der 90er Jahre wurden er zunächst auf der Bielefelder Alm verlegt, inzwischen ist er auch auf dem Bieberer Berg in Offenbach installiert, das Tivoli-Stadion in Aachen ist von einem Hexenkessel zur Plastikschalenwüste mutiert. Und nun wird auch in Essen ein neues Stadion gebaut.
Die Vereine betonen die Notwendigkeit kompletter Stadionneubauten. Weit am Horizont steht für sie irgendwo eine Rückkehr auf die große Fußballbühne. Was die Klubs dabei vergessen, sind die Faktoren, die ihren Verein noch immer attraktiv erscheinen lassen. Dinge, die bei Vereinen direkt unterhalb des Profifußballs viel wichtiger sind, als bei den Big-Playern, wo die Masse, die riesige Medienpräsenz,
Faktoren, wie die drei Tribünen von Essen, wie die Steh-Gegengerade in Bielefeld. Ein bisschen schief, ein bisschen unperfekt, ein bisschen alt - aber mit einer Verbindung zu dem, was den Verein ausmachte, als die Leute von ihm fasziniert wurden. Sie atmet Geschichte, erzeugt Atmosphäre. Natürlich modernisierungsbedürftig - allerdings: Nicht abrisswürdig!
Die richtige Balance zwischen Alt und Neu ist in vielen neuen Stadien der sogenannten Traditionsvereine mittlerweile ausradiert. Das ist gefährlich. Man kann eine neue Steh-Tribüne, wie in Offenbach bauen, die Faszination der alten wird sie nicht mehr erreichen. Man kann ein neues Stadion in Essen bauen - die alte Haupttribüne wird unerreicht bleiben.
| Die Alte Försterei in Berlin nach der Modernisierung. Der Charakter des Stadions wurde beibehalten. |
Viele der Klubs setzen vor einem Neubau ihre ganze Hoffnung in eine moderne Arena. Motto: Wenn das Ding erstmal steht, wird schon alles gut. Dass eben nicht alles gut wird, das wird gerne vergessen. In Wahrheit blenden sie den ohnehin schmalen Grad zwischen Notwendigkeit und Flair des Klubs, das zunächst vielleicht Unbewusste, vollständig aus - die Finanzierung einmal völlig außen vor gelassen.
Den Spagat zwischen neuem Stadion, neuer Begeisterung und Wahrung des Gesichts haben unterhalb der 1. und 2. Liga bislang jedenfalls viel weniger Vereine gemeistert, als man es zunächst annehmen konnte.
Ja, ein neues Stadion ist wichtig für die Zukunft - genauso wichtig aber ist es, die Vergangenheit zu bewahren. Das gilt besonders für die Vereine, die kaum etwas anderes haben, als die schöne Erinnerung an frühere Zeiten.
Übrigens: Es gibt auch Beispiele, wo es vorbildlich gelungen ist, eine Spielstätte zukunftstauglich zu machen und zugleich ihren Charakter beizubehalten, wie etwa an der Alten Försterei in Berlin. Woanders kommt die Planierraupe.
Glaubt jemand ernsthaft, dass
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Mittwoch, 16. Mai 2012
Zu viel Fanatismus
Der Fußball hat eine emotionale Aufladung erreicht, die manchen Fans nicht gut tut. Vereine und auch die Deutsche Fußball Liga sollten daraus lernen.
Ich brauche niemandem zu erzählen, welche Entwicklung der Fußball in den letzten 15 Jahren in Deutschland durchgemacht hat. Die Bundesliga hat neue Stadien bekommen, die Spielergehälter springen ebenso wie die Zuschauerzahlen auf immer neue Rekordhöhen. Kurz: Der Fußball ist so populär wie nie.
Das absurdeste Beispiel bietet mein eigener Verein: Der 1. FC Köln spielte in den 80er Jahren hocherfolgreich vor leeren Rängen im tristen Müngersdorf. Heute spielt er höchst unattraktiv vor vollen Rängen im modernen Stadion.
Was ist da passiert?
Die emotionale Aufladung des Spiels bewegt sich mittlerweile in Sphären, die früher nur schwer vorstellbar waren. Klar, Fußball war immer emotional und natürlich: Es gibt nichts Schöneres, als ein Torjubel für die eigene Mannschaft in der letzten Spielminute. Es scheint aber die Tendenz zu geben, dass wir mittlerweile ein Niveau erreicht haben, wo man einigen Leuten sagen muss: Hey, schaltet mal einen Gang zurück. Es ist Fußball.
Beim 1. FC Köln habe ich das in dieser Saison automatisch gemacht - sonst hätte ich mich vor Ärger ja völlig zerfressen. Meine Lebensfreude aufgrund einiger Menschen aufgeben, die ihre Sache nicht ernst nehmen und dafür noch Millionen verdienen? Nein!
Am Ende dieser Saison haben wir erlebt, dass es bei vielen Vereinen Gruppen gibt, die mit emotionalen Extremsituation nicht umgehen können, sei es in Karlsruhe, Köln oder eben im Stadion von Düsseldorf.
Wir sollten uns fragen, wie weit wir den Fußball noch in den Himmel heben wollen oder ob wir ihn nicht mal das betrachten sollten, was es ist: Ein Spiel, die schönste Nebensache der Welt.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin auch weiter dafür, Montagsabends mit dem eigenen Verein nach Cottbus, Aue oder sonstwohin zu fahren. Verrückte Sachen zu machen, tolle Erlebnisse zu haben, seinen Klub zu lieben. In einigen Situationen ist es jedoch wichtig, das alles richtig einordnen zu können.
Nicht nur die Fans, auch die Deutsche Fußball Liga und die Vereine sollten sich hinterfragen: Wie viel Geld schmeißen die Klubs ihren Spielern hinterher? Und wie viel investieren sie im Vergleich, um ihre Fans mäßigend zu erreichen? Muss man im Zuge dieser riesigen Geldmaschine Bundesliga neben dem Profit nicht noch mehr an die eigene Verantwortung denken?
Und in Richtung DFL: Ist es richtig, den Terminplan mit einer Relegation am Ende der Saison noch einmal derart zuzuspitzen? Noch einmal eine große Bühne, ein finaler Showdown und damit noch einmal die ganz großen Emotionen nach Saisonende herauskitzeln zu wollen. Eigentlich eine tolle Sache.
Wenn man jedoch die Relegationsspiele in dieser Saison sieht, muss man sagen: Es ist zu viel.
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| Keine Erfindung der Düsseldorfer. Auch in Frankfurt (hier 2011) hat man Erfahrung in Sachen Platzsturm. |
Ich brauche niemandem zu erzählen, welche Entwicklung der Fußball in den letzten 15 Jahren in Deutschland durchgemacht hat. Die Bundesliga hat neue Stadien bekommen, die Spielergehälter springen ebenso wie die Zuschauerzahlen auf immer neue Rekordhöhen. Kurz: Der Fußball ist so populär wie nie.
Das absurdeste Beispiel bietet mein eigener Verein: Der 1. FC Köln spielte in den 80er Jahren hocherfolgreich vor leeren Rängen im tristen Müngersdorf. Heute spielt er höchst unattraktiv vor vollen Rängen im modernen Stadion.
Was ist da passiert?
Die emotionale Aufladung des Spiels bewegt sich mittlerweile in Sphären, die früher nur schwer vorstellbar waren. Klar, Fußball war immer emotional und natürlich: Es gibt nichts Schöneres, als ein Torjubel für die eigene Mannschaft in der letzten Spielminute. Es scheint aber die Tendenz zu geben, dass wir mittlerweile ein Niveau erreicht haben, wo man einigen Leuten sagen muss: Hey, schaltet mal einen Gang zurück. Es ist Fußball.
Beim 1. FC Köln habe ich das in dieser Saison automatisch gemacht - sonst hätte ich mich vor Ärger ja völlig zerfressen. Meine Lebensfreude aufgrund einiger Menschen aufgeben, die ihre Sache nicht ernst nehmen und dafür noch Millionen verdienen? Nein!
Am Ende dieser Saison haben wir erlebt, dass es bei vielen Vereinen Gruppen gibt, die mit emotionalen Extremsituation nicht umgehen können, sei es in Karlsruhe, Köln oder eben im Stadion von Düsseldorf.
Wir sollten uns fragen, wie weit wir den Fußball noch in den Himmel heben wollen oder ob wir ihn nicht mal das betrachten sollten, was es ist: Ein Spiel, die schönste Nebensache der Welt.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin auch weiter dafür, Montagsabends mit dem eigenen Verein nach Cottbus, Aue oder sonstwohin zu fahren. Verrückte Sachen zu machen, tolle Erlebnisse zu haben, seinen Klub zu lieben. In einigen Situationen ist es jedoch wichtig, das alles richtig einordnen zu können.
Nicht nur die Fans, auch die Deutsche Fußball Liga und die Vereine sollten sich hinterfragen: Wie viel Geld schmeißen die Klubs ihren Spielern hinterher? Und wie viel investieren sie im Vergleich, um ihre Fans mäßigend zu erreichen? Muss man im Zuge dieser riesigen Geldmaschine Bundesliga neben dem Profit nicht noch mehr an die eigene Verantwortung denken?
Und in Richtung DFL: Ist es richtig, den Terminplan mit einer Relegation am Ende der Saison noch einmal derart zuzuspitzen? Noch einmal eine große Bühne, ein finaler Showdown und damit noch einmal die ganz großen Emotionen nach Saisonende herauskitzeln zu wollen. Eigentlich eine tolle Sache.
Wenn man jedoch die Relegationsspiele in dieser Saison sieht, muss man sagen: Es ist zu viel.
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Fußball
Freitag, 13. April 2012
Frank Schaefer: "Wir können nichts versprechen"
Der neue FC-Trainer Frank Schaefer hat heute Nachmittag gemeinsam mit Geschäftsführer Klaus Horstmann eine Pressekonferenz im RheinEnergieStadion gegeben. Zuvor hatte er dort mit der Mannschaft die erste Trainingseinheit absolviert. Der 1. FC Köln hat auf seinem Youtube-Channel die gesamte Pressekonferenz eingestellt. Ich hab mir das 45-Minuten Video angeschaut und einige Passagen mitgeschrieben.
Klaus Horstmann über...
...die neue Situation:
"Die Mannschaft braucht die Unterstützung aller. Wir gehen davon aus, dass die Entscheidung auch zu einer vollen Mobilisierung der Zuschauer führen wird. Alle Entscheidungsträger tragen die Entscheidung zu 100 Prozent. Ich bedanke mich bei Frank und bei Dirk, dass sie die Verantwortung übernehmen."
...die Außendarstellung des Vereins:
"Nicht alles, was dem 1. FC Köln zugeordnet und als Chaos bezeichnet wird, rührt aus Entscheidungen der Verantwortungsträger des 1. FC Köln. Ich bitte zu berücksichtigen, was Entscheidungen sind und was letztlich dem Klub zugeordnet wird."
...ob Teile der Mannschaft Finke zurückhaben wollten:
"Es ist kein Spieler an mich herangetreten, um Volker Finke zurückzuholen"
...über den Zeitpunkt der Solbakken Entlassung:
"Ich habe bis Dienstagabend nicht mit einem anderen internen oder externen möglichen Kandidaten gesprochen. Ich habe erst nach der Niederlage gegen Mainz am Mittwoch die Sondierung der Alternativen vorgenommen. Wir hatten Mittwochabend ein gewisses Bild, wir hatten Donnerstagmorgen ein klares Bild."
"Wir sind Donnerstagmorgen zu der Überzeugung gekommen, dass Frank Schaefer die beste Lösung für diese Situation ist."
"Ich habe erst nach dem Mainz Spiel begonnen, mit Trainern zu reden, weil das meine Art ist, professionell zu arbeiten."
FC-Trainer Frank Schaefer über...
...die Situation:
"Der Verein befindet sich in der schwierigsten Situation der letzten Jahre, wenn man Tabelle und das Restprogramm sieht. Jeder muss wissen, dass die Stunde geschlagen hat. Trotzdem habe ich, wie Herr Horstmann schon sagte, keine Sekunde gezögert, als gestern die Anfrage von Seiten der Geschäftsführung kam."
"Vor dieser Stadt, vor diesen Fans und vor diesem Klub hätte ich es mir nie verzeihen können, wenn ich mich aus dieser Verantwortung gestohlen hätte. Klar ist, dass mich diese Aufgabe reizt. Wenn ich nicht vom Klassenerhalt überzeugt wäre, hätte ich diese Aufgabe auch nicht übernommen."
"Voraussetzung ist, dass wir uns absolut als Einheit präsentieren. Ich meine alle ehemaligen, aktuellen, zukünftigen, Mitarbeiter; Mannschaft, Fans, das Trainerteam, alle zusammen. Wir müssen eine Einheit darstellen, um diesen Kampf erfolgreich zu gestalten."
"Wir werden alles geben, wir werden alles geben, um dieses Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Wir können nichts versprechen, aber wir werden alles dafür tun."
...über die Spieler, die zuletzt nicht im Kader waren:
"Wir werden bei Null anfangen. In der Vergangenheit ist eine Reihe von Dingen passiert, deren Wertung für mich extrem schwierig ist. Ich werde mir selbst ein Bild machen und auch selbst meine Entscheidungen treffen."
...das sogenannte "Solbakken-System":
"Wir reden hier von einem 4-4-2-System und das wird überall in der Welt gespielt. Worüber wir reden ist die Ausrichtung, wie die Spieler sich innerhalb des Systems bewegen. Da hat jeder seine eigenen Vorstellungen, die möchte ich in der Kürze der Zeit auf die Mannschaft übertragen."
...über die Aufgabe von Team-Manager Stephan Engels:
"Stephan ist ganz nah an der Mannschaft, im Trainingslager mit dabei, wichtiger Austauschpartner. Es wird nicht mit auf dem Platz sein, auch nicht mit in die Trainingsabläufe eingebunden sein."
...über die Diziplin in der Mannschaft:
"Alles was kommt, wird sofort registriert und sanktioniert. Ich kann nur an die Spieler appellieren. Wir werden versuchen diese Einstellung, diesen Spirit, der von Nöten ist, um unser Ziel zu erreichen, um das auf die Spieler zu übertragen, das vorzuleben."
"Das waren Situationen, die nie und nimmer passieren durften."
...die erste Trainingseinheit:
"Ich hatte ein gutes Gefühl. Die Spieler waren willig, haben viele Dinge angenommen. Aufgrund dieser ersten Einheit: Es hat mir Spaß gemacht, mit den Spieler auf dem Platz zu stehen, Voraussetzungen auch den Spielern Erfolge zu vermitteln."
Labels:
FC
Sonntag, 22. Januar 2012
VFL Wolfsburg - 1. FC Köln: Abartiges Gefühl
Wer hinter Hannover über die A2 fährt, hat manchmal das Gefühl, auf einer Art Lebensader der Region zu sein. Biegt man irgendwo bei Braunschweig ab und fährt noch ein ganzes Stückchen über erstaunlich ausgebaute Straßen, gelangt man nach Wolfsburg. Entfernt von dieser Lebensader, im Nirgendwo Niedersachsens. Ein Ort für Bundesliga im Jahr 2012 - und ein Ort, um Niederlagen des 1. FC Köln zu sehen.[ge]freut: Keine Parkplatzgebühr und hinterher nach zehn Minuten auf der Straße.
[ge]hört: Wolfsburger Fangesänge. So, wie ich sie nicht erwartet hätte.
[ge]staunt: Der Wolfsburg Stadionsprecher ernennt die Fankurve zur "Grün-Weißen Partyzone". Vielsagend.
[ge]standen: Im Oberrang Gästeblock, das ganze Spiel.
[ge]sessen: 15 Minuten in der Halbzeit.
[ge]trunken: Kaffee für 2,2 Euro. Annehmbar.
[ge]sehen: Vermutlich knapp 3000 Kölner, wenn man die auf der Gegengerade mit dazuzählt.
[ge]ärgert: Die ganzen Abseitsstellungen in der 2. Halbzeit.
[ge]frustet: In dem Moment, wenn ein spätes Tor gegen die eigene Mannschaft fällt. Es ist schon dunkel, der Tag fast vorbei, war bislang okay und bekommt dann so eine Wendung. Abartiges Gefühl.
[ge]hofft: Diesen fürchterlichen Tor-Song ("RamalaDingDong") nicht hören zu müssen. Vergeblich.
[ge]ängstigt: Von Christian Eichners Körpersprache. Machte den Eindruck, als würde er jeden Moment ineinanderbrechen, so zusammengekauert lief er über den Platz. Brust raus, Nase hoch, Junge! Dann wird das auch wieder was.
[ge]sorgt: Beim Blick auf die nächsten Gegner.
[ge]sucht: Lukas Podolski nach dem Spiel. War offenbar ganz schnell in der Kabine.
[ge]fühlt: Dreistellig Puls in der Nachspielzeit. Immer wieder erstaunlich, wie dieser Verein einen im Griff hat.
[ge]klopft: Hat Michael Rensing nach dem Spiel vor den Fans auf seine Brust. Und zwar dort, wo das Vereinswappen aufgestickt ist. Die Geste beherrschte sein Vorgänger übrigens auch.
[ge]zahlt: 20 Euro für nen Sitzplatz. Darüber kann man nicht meckern. Was einen schon wieder in einen Gewissenskonflikt bringt. Einerseits über die großzügigen Subventionen für Werksvereine schimpfen, andererseits kostenlose Parkplätze und günstige Tickets dort gerne abgreifen. Eindeutig ein Fall für "Die Gewissensfrage".
Samstag, 31. Dezember 2011
Leverkusen - Köln: "Jetzt guck!" - "WAAAHNSINN!"
Fußball ist überall, und gerade da, wo es niemand sieht, fiebern Tausende mit und starren auf das, was im Stadion passiert. Diese beiden Exil-Kölner haben schon viele schlimme Samstage im Leverkusener Stadion erlebt. Am 17. September 2011 saßen sie vor ihren Rechnern, 412 Kilometer voneinander entfernt. Ein gnadenlos subjektives Protokoll, das wir freundlicherweise veröffentlichen dürfen - unsere Perle der Hinrunde 2011/2012.
15:34:41 Ernie: guter start, spiel nen anderes als ich dachte
15:37:25 Bert: jemal
15:37:25 Bert: jemal
15:37:30 Bert: das geht 30 min gut
15:44:58 Ernie: peszko soll ma muckibude
15:46:04 Bert: jemal potenzieller rot bekommer
15:46:15 Ernie: fc jedenfalls top körpersprache
15:46:55 Ernie: lev bekommt das spiel nicht schnell, was will man mehr
15:47:02 Bert: tore
15:47:22 Ernie: lev könnte auch das auswärtsteam sein
15:47:50 Bert: 15 gute min reichen nicht
15:48:22 Ernie: wir bewerten von 15 zu 15 min bzw toren, und die ersten 15 waren top
15:48:41 Bert: in toren: 0:0
15:48:59 Ernie: quote von 1,4 auf 1,66
15:49:58 Bert: thon schmeißt in hüls hin
15:50:08 Ernie: schade
15:51:36 Bert: die kölner machen das klasse, sagt wdr2
15:51:44 Ernie: system fußball
15:44:58 Ernie: peszko soll ma muckibude
15:46:04 Bert: jemal potenzieller rot bekommer
15:46:15 Ernie: fc jedenfalls top körpersprache
15:46:55 Ernie: lev bekommt das spiel nicht schnell, was will man mehr
15:47:02 Bert: tore
15:47:22 Ernie: lev könnte auch das auswärtsteam sein
15:47:50 Bert: 15 gute min reichen nicht
15:48:22 Ernie: wir bewerten von 15 zu 15 min bzw toren, und die ersten 15 waren top
15:48:41 Bert: in toren: 0:0
15:48:59 Ernie: quote von 1,4 auf 1,66
15:49:58 Bert: thon schmeißt in hüls hin
15:50:08 Ernie: schade
15:51:36 Bert: die kölner machen das klasse, sagt wdr2
15:51:44 Ernie: system fußball
15:54:58 Bert: boah, JETZT fangen die handwerker an der fassade an
15:55:31 Ernie: sei doch froh das sies überhaupt machen
15:55:44 Bert: ich bin die ganze woche nicht da
15:55:48 Bert: montags bis freitags
15:55:51 Bert: den ganzen tag nicht
15:55:54 Bert: nur einmal in der woche
15:55:58 Bert: 15.30 uhr
15:56:04 Ernie: haha
15:56:06 Bert: will ich in ruhe fußball gucken und mich aufregen
15:59:18 Ernie: schiri nen guten
16:03:58 Bert: jetzt gehts langsam abwärts
16:04:21 Ernie: ja, seit 10 minuten nicht mehr viel mehr als ne abwehrschlacht
16:08:07 Bert: scheibenschießen
16:08:40 Ernie: die machen es sich selber gefährlich
16:09:59 Bert: 0:0 zur pause wärn erfolg
16:10:09 Bert: tippe auf 42-44.
16:10:16 Ernie: zudem macht rensing hoffnung auf einen heldenhaften nachmittag
16:11:42 Bert: wdr2 ist ca. 2 min schneller, bin dir also voraus
16:12:14 Ernie: und ?
16:14:44 Bert: GEIL
16:14:46 Ernie: sagt
16:14:46 Bert: JAAAAA
16:14:47 Ernie: was
16:14:47 Bert: JAAAA
16:14:48 Ernie: ??
16:14:51 Ernie: waaaaaaas ??
16:14:53 Bert: guck
16:14:55 Bert: jetzt
16:14:56 Ernie: komm
16:14:58 Ernie: geht
16:14:59 Ernie: geh
16:15:03 Ernie: poldi
16:15:05 Ernie: toooooor
16:15:09 Ernie: gooooooooooil
16:15:10 Bert: wie geil
16:15:13 Bert: jajajajajaajajajajajajaja
16:15:29 Bert: nova nova nova
16:16:20 Ernie: du hast es doch gesagt, first goal 42.-44.
16:19:17 Ernie: halbzeit
16:19:35 Bert: sehr gut
16:19:56 Bert: mein tipp kann noch in erfüllung gehn
16:20:04 Ernie: come onfc
16:22:51 Bert: jetzt weiß der handwerker aufm gerüst auch, wer mein verein ist
16:24:24 Bert: poldi gleich noch ne bombe rausholen...so 77.
16:35:32 Ernie: sereno gefällt
16:35:44 Ernie: und bitte keine tore melden
16:35:51 Ernie: gooooool
16:35:54 Ernie: goooooooooooooooooooool
16:35:58 Ernie: golgolgol
16:36:48 Ernie: hast du ärger mit dem handwerker ?
16:37:00 Bert: ich war noch am essen
16:37:05 Ernie: haha
16:37:05 Bert: was? wer? wie??
16:37:10 Ernie: poldi
16:37:14 Bert: geil geil geil
16:37:36 Ernie: der mexikaner hat gesagt "gol de lu lu lu lu luuucas pooooooooodolskiiiiih
16:40:17 Bert: zum kotzen. 10 mal bin ich dahin nach lev
16:40:20 Bert: immer verloren
16:40:26 Ernie: haha
16:40:39 Ernie: ich bin da auch noch ohne sieg, evtl. auch ohne punkt
16:41:25 Bert: ich kann nicht mehr hingucken
16:42:23 Ernie: hauptsache du meldest nix von wdr2
16:42:40 Ernie: bei deinem zum kotzen hatte ichs mitm herzen
16:42:56 Bert: GEIL
16:42:58 Bert: jetzt guck
16:43:00 Bert: guck hin!!!
16:43:07 Ernie: waaahnsinn
16:43:28 Bert: WAHNSINNNN!!!!!
16:43:59 Ernie: da jubelt das halbe stadion
16:44:09 Ernie: ich ich mach nen bier auf
16:45:37 Bert: ballack draußen!
16:45:44 Ernie: 52.
16:45:46 Bert: ich mach mal wdr2 leiser
16:45:57 Bert: um die gsänge zu hören
16:47:33 Ernie: klar
16:48:03 Ernie: aber wenn das 2-3 gefallen ist läßt es mit dem 3-3 nicht lange auf sich warten
16:48:11 Bert: dann gehts schlag auf schlag
16:48:22 Ernie: sie erscheinen unfähig
16:51:17 Bert: jetzt muss es nur noch runterlaufen
16:53:20 Bert: lanig
16:53:28 Bert: in 7 minuten spätestens gelb
16:58:43 Bert: rolfes 1:3. jetzt stell ich aus
16:59:42 Ernie: ok
17:00:34 Ernie: ich werde dich bei neuigkeiten sachlich informieren
17:00:41 Ernie: 72.
17:01:20 Ernie: rensing hält
17:07:43 Ernie: fc spielt den zielstrebigeren fussball
17:11:14 Ernie: 82., nix zugelassen
17:12:07 Bert: scheiße, 84. erst
17:12:28 Ernie: besseren chancen fc
17:12:35 Ernie: mach dir ma nicht ins hemd
17:12:41 Ernie: die fc fans werden auch wieder lauter
17:13:10 Bert: stadion wär nix mehr für mich
17:13:37 Ernie: du meinst das allgemein, wegen deines alters ?
17:15:56 Bert: haha
17:17:28 Ernie: kiessling fällt nur durch fouls auf
17:19:11 Ernie: 4 min nsz...wie in argentinien
17:19:44 Ernie: wir gewinnen in leverkusen !
17:22:00 Bert: und jetzt guck nochmal
17:22:02 Bert: guck guck guck
17:22:03 Bert: guck
17:22:05 Bert: GUCK!
17:22:28 Ernie: sensationell
17:24:57 Bert: sehr gut
17:27:59 Ernie: 4-1 !
17:28:03 Ernie: legendäre scheiße
17:28:07 Ernie: ich bin begeistert
17:28:14 Bert: gut fürs torverhältnis
17:28:24 Bert: -4
17:28:26 Bert: nur noch
17:28:49 Ernie: stale
17:28:50 Ernie: stale
17:28:53 Ernie: stale solbakken
17:28:59 Bert: konzeptfußball
17:29:05 Ernie: he have no hair but we dont care
17:29:09 Ernie: stale solbakken
17:29:28 Bert: 0 punkte beim tippspiel
17:51:19 Bert: aber der lev ordner hat beim dritten auch gelacht
17:52:26 Ernie: haha, ja
17:56:32 Ernie: großartig
Mittwoch, 29. Juni 2011
Sonntag, 5. Juni 2011
Beispiel für guten Fußball-Journalismus
Es ist schwer, guten Fußball-Journalismus abseits des Tages-Geschehens zu machen (und vor allem zu finanzieren). Eine qualitative Konstante ist das 11 Freunde Magazin. Die Zeitschrift hat sich einen exzellenten Ruf erarbeitet. Als Wohnzimmerproduktion gestartet, hat sie im ersten Quartal dieses Jahres 28800 Abonnennten und 75000 verkaufte Auflage (Druckauflage: 154000), im April 2011 generierte die Homepage 877000 Visits.
Ich teile die Auffassung nicht bei jedem Heft. Es gab Zeiten, da wanderten meine Ausgaben fast ungelesen in die Schublade. Meine kritischen Leserbriefe wurden nie abgedruckt, meine lobenden sehr wohl.
Die Titelgeschichte der Juni-Ausgabe aber ist ein gutes Beispiel, wie man heute gut erzählt, den Leser begeistert und bindet. Vor allem, dass man dem Leser etwas zu erzählen hat, dass man nicht rumschwallt, nichts altbackenes aufwärmt, sondern sich selber Gedanken macht, vor Ort ist, recherchiert, notiert und einschätzt.
Es geht um Hertha BSC, Michael Preetz und die 2. Liga. Eigentlich total öde. Hertha finde ich so interessant wie Basketball in der 2. Liga. Doch die Themen-Idee war ganz simpel: Autor Tim Jürgens begleitete Markus Babbel, Sport-Geschäftsführer von Hertha BSC durch das Jahr in der 2. Bundesliga. Herausgekommen ist eine Reportage mit vielen Innenansichten des Klubs und Michael Preetz. Zugegeben, die Idee ist nicht neu. Vor einem Jahr begleitete das Magazin RW Oberhausen über die ganze Saison.Wenn eine Zeitschrift, die 5,5 Euro kostet mich dazu bringen will, dass ich sie lese, dann muss sie mir etwas mitzuteilen haben, meine Aufmerksamkeit im digitalen Wirrwarr gewinnen, mich dazu bringen, all das um mich herum dann zu vergessen.
Sie muss hintergründig sein. Sie sollte exklusive Informationen haben und nicht von Google, anderen Kollegen und einer ins blaue reichenden Einschätzung zusammengeschrieben sein (wie es oft der Fall ist). Ich will die ewigen Phrasen und Klischees nicht zum x-ten Mal verstärkt wissen, ich will meine Zeit nicht damit verschwenden, nichtssagende Quatsch-Aussagen von Spielern oder Funktionären zu lesen, denn die langweilen mich schon im Fernsehen vor und nach jedem Spiel.
Die Texte sollten gut geschrieben sein. Ich will eintauchen in den Text, Kopfkino, Bilder vor mir haben. Und ich will etwas erfahren, was ich nicht im Internet oder sonstwo finde, etwas, was ich noch nicht kenne. Etwas, das sich abhebt, aus diesem großen Durcheinander heraussticht.
Die Texte sollten gut geschrieben sein. Ich will eintauchen in den Text, Kopfkino, Bilder vor mir haben. Und ich will etwas erfahren, was ich nicht im Internet oder sonstwo finde, etwas, was ich noch nicht kenne. Etwas, das sich abhebt, aus diesem großen Durcheinander heraussticht.
Wenn einer einen guten Text schreiben will, muss er sich quälen, muss er viel investieren. Der Autor saß in einem Oberhausener Hotel bis zum Ende bei der Aufstiegsfeier, war offenbar beim Auswärtsspiel beim KSC nahe der Kabine und auch im Trainingslager oft im Gespräch mit Geschäftsführer und Präsident.
Die Titelgeschichte der aktuellen 11 Freunde Ausgabe bietet viele Aspekte einer guten Geschichte. Ein dezenter Blick hinter die Kulissen, der so viel erzählt, dass es richtig spannend ist und doch so wenig, dass der Klub nicht nackig dasteht. Gut recherchiert, keine Kopfgeburt, mit Geduld und langem Atem das Thema angegangen und sich intensiv mit den Leuten auseinandergesetzt, was viel Energie voraussetzt.
11 Freunde bietet im Juni Heft ein gutes Beispiel, wie man heute mit guten Geschichten trotz der eigentlich übermächtigen Konkurrenz in Internet und Tageszeitung einen Mehrwert schaffen kann. Für das Blatt eine beruhigende Erkenntnis. Für den Leser erfreulich.
Labels:
Medien
Sonntag, 15. Mai 2011
[ge]sucht: Gelassenheit
Die FC-Saison passt erstaunlich gut in den Trend der Liga. Extreme Sieges-Serien, peinliche Niederlagen, eine legendäre Jahreshauptversammlung und viel Unruhe im Klub. Alles dreht sich immer schneller und am Ende bleibt bei vielen Zuschauern eine Art hilflose Wut. Beim nüchternen Blick auf die Tabelle steht der FC in der Endabrechnung allerdings sehr gut da: 10 Platz, 44 Punkte - das würd' ich für die kommende Saison direkt unterschreiben.
Was allen, auch den Zuschauern, gut tun würde: Ein wenig mehr Gelassenheit. Ich habe Frank Schaefer nach dem Spiel applaudiert, werde jetzt aber nicht die nächsten drei Jahre beleidigt sein, weil er nicht mehr da ist. Denn am Ende geht es wieder weiter. Auch beim FC, auch in der kommenden Saison. Egal, wer Trainer ist. Interessant sicher auch, wer dann Vorstand ist.
Was allen, auch den Zuschauern, gut tun würde: Ein wenig mehr Gelassenheit. Ich habe Frank Schaefer nach dem Spiel applaudiert, werde jetzt aber nicht die nächsten drei Jahre beleidigt sein, weil er nicht mehr da ist. Denn am Ende geht es wieder weiter. Auch beim FC, auch in der kommenden Saison. Egal, wer Trainer ist. Interessant sicher auch, wer dann Vorstand ist.
Nein, es ist nicht alles gut. Aber es ist auch nicht alles schlecht beim 1. FC Köln im Mai 2011.
1. FC Köln - FC Schalke: Stichworte aus dem Stadion
[ge]spürt: Diese herzliche Abneigung zwischen Kölnern und Schalkern. Sogar beim bedeutungslosen Saisonfinale freundliche Grüße auf dem Oberrang Nord an der Plexiglaswand, rote Schals und Fähnchen bei den Schalkern mit Kapuze und Sonnenbrille am Zaun und eine spannungsgeladene Atmosphäre. Immer das Gefühl: Was liegt denn hier in der Luft? Nicht ohne Grund war die Stadion-Vorwiese, wie gegen Leverkusen, für die Gäste abgeriegelt.
[ge]sehen: Freie Plätze im Oberrang des Schalker Gästeblocks. Aber auch im gesamten Stadion.
[ge]dacht: Immer diese langweiligen Schönwetter-Spiele am Ende der Saison, statt ein emotionales Finale. Wobei, ist schon ok so.
[ge]sagt: werden muss das ja auch mal: Volker Finke: 3 Spiele, 3 Siege. Kann man nicht meckern.
[ge]lauscht: Der FC-Mannschaftsaufstellung, wobei der Stadionsprecher den Namen von Volker Finke so verschluckte, dass den Leuten gar keine Zeit blieb, zu pfeifen.
[ge]dacht: Puh, was eine vergiftete Atmosphäre in den ersten 30 Minuten. Dennoch: Jeder kann seine Meinung sagen. Aber anderen aufzwängen bitte nicht. Gut: Das alles zeitlich zu begrenzen, ein Zeichen setzen und sich dann auf's Wesentliche konzentrieren.
[ge]gangen: 16 Minuten von der Haltestelle Stüttgenhof bis zur Südseite des Stadions. Wer kein Bock auf überfüllte Bahnen ab Neumarkt hat, die über die Aachener Straße kriechen: Einfach in die Linie 7 einsteigen. Dazu zum Stadion ein Spaziergang durch den Stadtwald. Allerdings unbeleuchtet.
[ge]freut: Nova 17 Tore. Hatte der überhaupt einen Ballkontakt außer beim Tor? Egal, guter Mann!
[ge]ärgert: Zwei Bezahlkarten-Menschen im Oberrang Süd vor dem Spiel. Wollen die kein Geld verdienen?
[ge]sehen: Kind mit Ohren-Kopfhörer-Schützer und Papas Handynummer auf dem Arm. Lustig.
[Ge]fühl: Ein gutes, gegen Schalke zu gewinnen.
Dienstag, 10. Mai 2011
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