Sonntag, 22. Januar 2012

VFL Wolfsburg - 1. FC Köln: Abartiges Gefühl


Wer hinter Hannover über die A2 fährt, hat manchmal das Gefühl, auf einer Art Lebensader der Region zu sein. Biegt man irgendwo bei Braunschweig ab und fährt noch ein ganzes Stückchen über erstaunlich ausgebaute Straßen, gelangt man nach Wolfsburg. Entfernt von dieser Lebensader, im Nirgendwo Niedersachsens. Ein Ort für Bundesliga im Jahr 2012 - und ein Ort, um Niederlagen des 1. FC Köln zu sehen.
  
[ge]freut: Keine Parkplatzgebühr und hinterher nach zehn Minuten auf der Straße.
[ge]hört: Wolfsburger Fangesänge. So, wie ich sie nicht erwartet hätte.
[ge]staunt: Der Wolfsburg Stadionsprecher ernennt die Fankurve zur "Grün-Weißen Partyzone". Vielsagend.
[ge]standen: Im Oberrang Gästeblock, das ganze Spiel.
[ge]sessen: 15 Minuten in der Halbzeit.
[ge]trunken: Kaffee für 2,2 Euro. Annehmbar.
[ge]sehen: Vermutlich knapp 3000 Kölner, wenn man die auf der Gegengerade mit dazuzählt.
[ge]ärgert: Die ganzen Abseitsstellungen in der 2. Halbzeit.
[ge]frustet: In dem Moment, wenn ein spätes Tor gegen die eigene Mannschaft fällt. Es ist schon dunkel, der Tag fast vorbei, war bislang okay und bekommt dann so eine Wendung. Abartiges Gefühl.
[ge]hofft: Diesen fürchterlichen Tor-Song ("RamalaDingDong") nicht hören zu müssen. Vergeblich.

[ge]ängstigt: Von Christian Eichners Körpersprache. Machte den Eindruck, als würde er jeden Moment ineinanderbrechen, so zusammengekauert lief er über den Platz. Brust raus, Nase hoch, Junge! Dann wird das auch wieder was.
[ge]sorgt: Beim Blick auf die nächsten Gegner.
[ge]sucht: Lukas Podolski nach dem Spiel. War offenbar ganz schnell in der Kabine.
[ge]fühlt: Dreistellig Puls in der Nachspielzeit. Immer wieder erstaunlich, wie dieser Verein einen im Griff hat.

[ge]klopft: Hat Michael Rensing nach dem Spiel vor den Fans auf seine Brust. Und zwar dort, wo das Vereinswappen aufgestickt ist. Die Geste beherrschte sein Vorgänger übrigens auch.
[ge]zahlt: 20 Euro für nen Sitzplatz. Darüber kann man nicht meckern. Was einen schon wieder in einen Gewissenskonflikt bringt. Einerseits über die großzügigen Subventionen für Werksvereine schimpfen, andererseits kostenlose Parkplätze und günstige Tickets dort gerne abgreifen. Eindeutig ein Fall für "Die Gewissensfrage".

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