Freitag, 18. Februar 2011

Dietmar Hopp und der 1. FC Köln

Dietmar Hopp ist ein guter Mensch. Ob das so ist, weiß ich nicht. Wir kennen die Bilder von ihm im Fernsehen: Auf der Tribüne, mit Hoffenheim-Schal, die Hände in den Taschen. Manchmal auch aus Interviews. In denen wirkt er weder spektakulär, noch schillernd noch sonstwie. Das Gefühl zu Hopp basiert für alle Fußballfans aus Bildern wie diesen. Mein Gefühl sagt mir: Das ist ein anständiger Mann.

Vielleicht steht dieser Beitrag unter der Milde dem Eindruck der vergangenen Wochen beim 1. FC Köln. Und vielleicht standen die Anfeindungen der FC-Fans gegen Hopp unter dem Eindruck der erfolglosen Jahre beim eigenen Klub. Klar ist: Wenn der eigene Verein chronisch schlecht geführt und erfolglos ist, und ein Dorfklub mit Millionen aufgepumpt daherkommt, aber - Achtung - gut geführt ist, ist der Neid das Unrechtsempfinden schnell und stark ausgeprägt.

Sicher, Teams wie Hoffenheim oder Wolfsburg haben keinen begrenzten Unterhaltungswert. Aber mal ehrlich: Haben, die genauso durchkommerzialisierten Klubs wie der FC die einzig wahre Existenzberechtigung in der Bundesliga!?

Der FC ist selber größte Seifenoper der Stadt, "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" für Erwachsene. Eine unendliche Geschichte, jede Woche eine neue Folge. Mittendrin: Leute die abkassieren, sich darüber schlapplachen, Leute, die unfähig sind und Leute, die mit Herzblut dabei sind. Das soll die Kapitalgesellschaft den Verein überhaupt nicht abwerten, ich liebe es ja selbst, das alles zu verfolgen.

Dietmar Hopp hat bislang 240 Mio. in die TSG Hoffenheim gesteckt und möchte, dass sich der Verein künftig von selbst trägt. Zwischen den Jahren 2007 und 2009 hat Hoffenheim 65 Millionen Miese gemacht. Anderen Vereinen gegenüber ist das ziemlich unfair, ja. Aber: Müssen die Kölner Anhänger Dietmar Hopp deshalb immer dann übel beschimpfen, wenn der FC auf Hoffenheim trifft?

Ja, im Fußballstadion ist das halt so, könnte man jetzt sagen. Ein bisschen mehr Gelassenheit würde den Kölnern bei diesem Thema allerdings gut zu Gesicht stehen. Denn wenn wir selbst gut arbeiten, müssen wir uns erst gar nicht mit anderen beschäftigen.


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