Montag, 18. Oktober 2010

Rückblick: FC - Dortmund

Gehofft: Dass Nova das 2:1 schießt
Gehört: Einfallsreiche Beschimpfungen der Dauerkartennachbarn: MEIER? W*CH*R! - SCHIRI? W***ER! - SOLDO? WI***R! - OVERATH? WI****! Aha!
Genervt: Warum immer Bahnchaos bei Freitagsspielen?
Geärgert: Warum ist der Weg von der Linie 7 zum Stadion unbeleuchtet und geht durch pechschwarzen Wald?
Geflasht: Beim Ausgleich: Geiler Wumms, geiles Tor, geiler Jubel - bitte mehr davon!
Gefragt: Ob ich 2010 noch einen FC-Sieg sehe?
Getan: Geld nach Leverkusen transferiert. Bezahltes Leiden, wie bei Heimspielen.
Gelacht: Über Poldi und Weidenfeller - aber nur bis zur 92 Minute
Gefreut: Weidenfeller ignoriert die Feuerzeugwürfe mannhaft, stört sich nur am Bierbecher im Strafraum
Gewundert: Der Applaus, mit dem der Kölner Ersatzkeeper empfangen wurde
Geflucht: Über die Strafraumbehrrschung von Keeper Nr. 2
Gedacht:
Im Nachhinein war Poldi auf dem Platz ein ziemlicher Assi

Gedacht II: Aber wenigstens macht mal einer was...

Samstag, 16. Oktober 2010

Psychokasten Müngersdorf

Der 1. FC Köln erzieht sein Publikum zu einem Haufen aggressiver Nörgler. Die Hartnäckigkeit, mit der Menschen im Kölner Stadion für Geld frustriert werden, ist bemerkenswert. Nur Manager Michael Meier bleibt gelassen. So auch nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund.

Es sind Momente, die das Verhältnis zum eigenen Fußballverein nachhaltig prägen. Erst hoffen, dann umfallen und schließlich zu sehen, wie 10000 Dortmunder durchdrehen, die Gästebank aufs Spielfeld rennt, der Gast-Keeper ekstatisch über den Platz sprintet. Jeder erahnte den Moment des Knockouts, dabei hoffte jeder auf den Moment des totalen Glücks.
Die Wiederholung der Ereignisse gegen Dortmund vergrößerte die Ohnmacht entschieden.

Das schlimme Ende des FC-Heimspiels gegen Borussia Dortmund erschlug das Heimpublikum. Niemand war in der Lage, spontan seine Enttäuschung auszudrücken. Stattdessen gab's Applaus für die Spieler. Nur ein - wohlgemerkt vorher geplantes - Plakat, das nach Spielende entrollte wurde, erinnerte Spieler und Trainer daran, dass Einsatz nicht reicht, wenn man am Ende verliert.

Die Dortmunder Gäste reisten mit dem wohl stimmgewaltigsten Anhang an, der sich seit langer Zeit in Müngersdorf eingefunden hatte. Fast 100 Prozent des Gästeblocks gesangsbereit, dazu viele Gelbe im Stadion verteilt. Die Südtribüne hatte Schwierigkeiten, dagegen anzusingen. Anderseits muss man den Gäste-Auftritt relativieren: Klar, Dortmunds Auswärts-Mob ist in den vergangenen Jahren außergewöhnlich gut. Klar ist aber auch, dass nach einem solchen Saisonstart auch der größte Skeptiker überzeugt ist, alles zu geben.

Das FC-Publikum mutiert derweil zunehmend zu einer gefährlichen Mischung aus aggressiven Nörglern, die jedoch erst durch den Psycho-Schauplatz Müngersdorf dazu gemacht wurden.

Bemerkenswert war außerdem, dass FC-Trainer Soldo nun schon im zweiten Heimspiel bei Verkündung der Aufstellung mit großer Leidenschaft ausgebuht wurde. Neu ist dieses Gefühl für Miso Brecko. Nach einigen unglücklichen Aktionen pfiff ihn das Heimpublikum in der ersten Halbzeit nieder - Pierre Wome lässt grüßen. Einen dritten - diesmal spontanen - Ausbruch der Entrüstung gab es, als Michael Trippel vermeldete, das Stadion sei ausverkauft. AUSVERKAUFT! Schon wieder, wir kommen immernoch hierhin, sehen diesen Mist, kapiert ihr das eigentlich? So, oder so ähnlich dürften es viele Leute empfunden haben.

Beruhigend ist es als Anhänger auch nicht, wenn man sieht, wie der FC-Manager nach dem Spiel mit einem Lächeln verkündet, dass ja alles so weitergehen könnte wie bisher. Ein Manager, der eine bundesuntaugliche Mannschaft zusammengestellt hat, der glaubt, dass Poldi auf hohem Niveau jammert und es geschafft hat, nun keinen Bundesliga-Torwart mehr zu haben.

Samstag, 25. September 2010

Rückblick: Köln - Hoffenheim


Geärgert: Ist der FC eigentlich der erste Verein, der einen Spieler (Giannoulis) kauft, der anschließend niemals ein Ligaspiel bestreiten wird?
Gefragt: Wer wohl eher geht: Nova oder Soldo?
Gehört: Trance und House beim Warmlaufen der Spieler, Fluch der Karibik zum Einlaufen der Hoffenheimer
Gelesen: Langweilige Interviews im Geißbock Echo
Geklickt: Zoff um die neue Hoffenheim-Hymne
Getrunken: Kölsch, das günstiger nicht so ganz so teuer ist, wie in der Kölnarena
Gesehen: Mondragon ist 18 Jahre älter, als sein Stellvertreter Miro Varvodic
Gedacht: Wenn Petit nicht beim FC spielen würde, wäre er mir wahrscheinlich unsympathisch
Gerätselt: Was ist jetzt bitte dieses Thai Latte?

Großer Aufwand, kein Ertrag

Die Mannschaftsaufstellung war verlesen. Die Zuschauer hatten die Nachnamen ihrer Spieler wie gewohnt ins Stadion geschmettert. Da nannte der Stadionsprecher den FC-Trainer: Zvonimir Soldos Nachname ging in den Pfiffen des Publikums unter.

Na toll, 20.28 Uhr, das Spiel hatte nicht einmal begonnen, und nun wartete alles darauf, entrüstet loszupoltern. Nur die Spieler mussten noch den Beitrag leisten, den alle von ihnen erwarteten. Taten sie aber nicht. Nicht einmal fünf Minuten waren gespielt, da stand das Stadion schon, applaudierte und feuerte das Team an.

Das Heimspiel gegen Hoffenheim verlief anders, als es die meisten der Zuschauer erwartet hatten. Alle Kölner Beteiligten betrieben unerwartet großen Aufwand. Das Publikum pfiff die Gäste aus, bejubelte gelungene Kölner Spielzüge, die Spieler schienen beflügelt. Dass so etwas nicht über 90 Minuten durchzuhalten war, davon konnte man bereits in der Halbzeit ausgehen. Trotzdem wird das Spiel gegen Hoffenheim den FC-Fans als eines der besseren in Erinnerung bleiben. Problem: Der FC holt zu wenig Punkte.
Dazu hat Köln einen Torwart, der zwar beliebt ist, aber gegen Hoffenheim - wie schon gegen Mainz - Gegentore bekommt, bei denen er das exakte Gegenteil von dem tut, wofür er eigentlich bezahlt wird: Er reagierte nicht.

Aus Hoffenheim war ein Hand voll Fans mitgereist. Ein erwähnenswerter Teil des Gästeblocks bestand dazu aus Studenten, die sich einen günstigen Stehplatz gekauft hatten und schlichtweg ein Fußballspiel sehen wollten. Der Rest des Stadions war nahezu gefüllt. Die Riesen-Lücke im Gastbereich und das - auf dem Papier - exakte Gegenteil im Personal auf dem Rasen entlarvte an diesem Abend brutal, dass es in der Bundesliga eine Entwicklung gibt, die an einigen Punkten falsche Auswirkungen hat.

Für den FC standen Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis: Mit mehr Spielen als Punkten steigt man in der Regel ab.