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Dienstag, 7. August 2012

Eintracht Braunschweig - 1. FC Köln: Das hat Spaß gemacht, Jungs!


Das Gegentor, der Schlusspfiff, der aufgekratzte Herzschlag in den letzten Minuten - das waren die hässlichen Momente bei der 0:1 Niederlage des 1. FC Köln bei Eintracht Braunschweig. 

Es mag treudoof klingen, aber der Tag bleibt mir insgesamt in guter Erinnerung. Endlich befreit von Seilschaften der Vergangenheit, Mannschaft und Fans präsentieren sich ordentlich - das alles hat mir viel besser gefallen, als das fiese Gegurke eines zerfallenen Gebildes eine Liga höher. Bleibt nur die Frage, wie lange man so geduldig ist...

[ge]sehen: Die Meisterschale in der Frontscheibe eines FC-Busses auf dem Gästeparkplatz. Über den Fanclub-Namen schweigen wir genüsslich.
[ge]spürt: Unglaublich, wie heiß der Gästeblock drauf war, dass es wieder losgeht. Einige freuten sich wie kleine Kinder. Eine Stunde vor Spielbeginn: Das erste Klatschen, dann hallt zum ersten Mal ein "FC" durchs Stadion. Unbezahlbares Gefühl!
[ge]freut I: Fast alle FC-Spieler gehen nach Spielende am Zaun entlang und klatschen die Fans ab. Ich glaube, eine solche Nähe ist besonders wichtig: Denn in genau diesen Momenten schnappen die Spieler viel auf, hören aufmunternde Sätze und sehen den Leuten dabei direkt in die Augen. Wie oft ist das in den letzten Jahren passiert? Genau, nie. 

[ge]freut II: Die Unaufgeregtheit der Gastgeber. Eigentlich ist es zu erwarten, dass der Stadionsprecher im Moment des Schlusspfiffs alle Dämlichkeiten ablässt, die er während des Spiels nicht verlautbaren konnte. Diesmal das komplette Gegenteil. Nichtmal Party-Musik in überdrehter Lautstärke, auch vor dem Spiel nicht. Sehr, sehr angenehm.
[ge]wundert (oder auch nicht): Ordner am Gästeblock-Eingang, die in der Sommerpause mindestens so viel Zeit im Fitnessstudio und beim Tätowierer verbracht haben, wie die FC-Truppe auf dem Trainingsplatz
[ge]sungen: Viel und laut und das ganze Spiel. Ging aber auch gar nicht anders - weil ausnahmslos alle mitgemacht haben.
[ge]ärgert: Bier (0,5 l für 3 Euro) ohne Alkohol. Was sicher keine Überraschung war. Besonders bitter: Die Auswärtsspiele, wo es anders sein wird, kann man vermutlich an einer Hand abzählen.
[ge]dacht: Vielleicht wird's in einigen Monaten bei Auswärtsspielen ja wieder wesentlich familiärer.
[ge]fühlt (mit): Timo Horn. Durfte in der Vorbereitung keine wirkliche Parade zeigen. Konnte es diesmal auch nicht.
[ge]freut III: Über die Stimmung. Und die Anerkennung der Heimfans dafür.
nicht [ge]gessen: Die VW-Bratwurst für 2,5 Euro
[ge]kauft: Zwei eiskalte Bier. Auf der Rückfahrt an der Tankstelle.

[ge]merkt: Die Vorverkaufs-Taktik der Braunschweiger hat geklappt. Außerhalb des Gästeblocks waren kaum Kölner.
[ge]wundert (oder auch nicht) II: Polizei mit Schienbeinschonern, alle FC-Fans mussten auf einen seltsam improvisierten und blickdicht verpackten Parkplatz vor dem Gästeblock. Jeder Fan betrat das Stadion durch ein Nadelöhr mit mehreren Durchlässen. War vermutlich alles hochimprovisiert, wirkte aber sorgfältig ausgedacht. 
[ge]dacht: Der Trend geht ja dahin, alle taktischen Feinheiten neuerdings auseinander zu nehmen. Wie kann man Poldolski perfekt in Szene setzen? Was ist nun wirklich die hohe Schule des Fußballspiels? In der 2. Liga wird das alles ein wenig zurückgefahren - auch die Ansprüche. Wirkte am ersten Spieltag richtig wohltuend.


Sonntag, 22. Januar 2012

VFL Wolfsburg - 1. FC Köln: Abartiges Gefühl


Wer hinter Hannover über die A2 fährt, hat manchmal das Gefühl, auf einer Art Lebensader der Region zu sein. Biegt man irgendwo bei Braunschweig ab und fährt noch ein ganzes Stückchen über erstaunlich ausgebaute Straßen, gelangt man nach Wolfsburg. Entfernt von dieser Lebensader, im Nirgendwo Niedersachsens. Ein Ort für Bundesliga im Jahr 2012 - und ein Ort, um Niederlagen des 1. FC Köln zu sehen.
  
[ge]freut: Keine Parkplatzgebühr und hinterher nach zehn Minuten auf der Straße.
[ge]hört: Wolfsburger Fangesänge. So, wie ich sie nicht erwartet hätte.
[ge]staunt: Der Wolfsburg Stadionsprecher ernennt die Fankurve zur "Grün-Weißen Partyzone". Vielsagend.
[ge]standen: Im Oberrang Gästeblock, das ganze Spiel.
[ge]sessen: 15 Minuten in der Halbzeit.
[ge]trunken: Kaffee für 2,2 Euro. Annehmbar.
[ge]sehen: Vermutlich knapp 3000 Kölner, wenn man die auf der Gegengerade mit dazuzählt.
[ge]ärgert: Die ganzen Abseitsstellungen in der 2. Halbzeit.
[ge]frustet: In dem Moment, wenn ein spätes Tor gegen die eigene Mannschaft fällt. Es ist schon dunkel, der Tag fast vorbei, war bislang okay und bekommt dann so eine Wendung. Abartiges Gefühl.
[ge]hofft: Diesen fürchterlichen Tor-Song ("RamalaDingDong") nicht hören zu müssen. Vergeblich.

[ge]ängstigt: Von Christian Eichners Körpersprache. Machte den Eindruck, als würde er jeden Moment ineinanderbrechen, so zusammengekauert lief er über den Platz. Brust raus, Nase hoch, Junge! Dann wird das auch wieder was.
[ge]sorgt: Beim Blick auf die nächsten Gegner.
[ge]sucht: Lukas Podolski nach dem Spiel. War offenbar ganz schnell in der Kabine.
[ge]fühlt: Dreistellig Puls in der Nachspielzeit. Immer wieder erstaunlich, wie dieser Verein einen im Griff hat.

[ge]klopft: Hat Michael Rensing nach dem Spiel vor den Fans auf seine Brust. Und zwar dort, wo das Vereinswappen aufgestickt ist. Die Geste beherrschte sein Vorgänger übrigens auch.
[ge]zahlt: 20 Euro für nen Sitzplatz. Darüber kann man nicht meckern. Was einen schon wieder in einen Gewissenskonflikt bringt. Einerseits über die großzügigen Subventionen für Werksvereine schimpfen, andererseits kostenlose Parkplätze und günstige Tickets dort gerne abgreifen. Eindeutig ein Fall für "Die Gewissensfrage".

Sonntag, 17. April 2011

FC - Stuttgart: Niederlage mit Ansage

Klar, nachher sagt sich das immer leicht. Aber das 1:3 gegen Stuttgart war eine Niederlage mit Ansage. Beim 1:5 in Gladbach fällt der FC total auseinander, Stuttgart steht unter Wert und sieht in Köln immer gut aus. Schlimme Vorzeichen. Noch schlimmer: Immer und immer wieder bewahrheiten sich diese Vorahnungen. Zur Halbzeit war klar: Wer der erste Tor schießt, gewinnt. Nicht abzusehen war, dass der FC wieder zerfällt, sobald er ein Tor kassiert. Ein Kartenhaus bricht zusammen. Für die restlichen Spiele ist diese Erkenntnis beängstigend.

[ge]sehen: Einen 10000-Volt Christian Eichner. Weiter so! Einer mit Willen!
[ge]dacht: Chihis Fehlerquote ist einfach zu hoch für die Bundesliga. Guter Kicker hin oder her.
[ge]guckt: Dumm. In der 2. Halbzeit
[ge]freut: Eine normale Tor-Ansage beim 1:3 Anschlusstreffer über das Stadionmikrofon. Bitte jetzt immer so. Auch wenn der FC in Führung geht.
[ge]hört: 6000 Stuttgarter. Musste aber nicht sein.
[ge]ahnt: Das wird nix. Auch in der 1. Halbzeit. Die ganze Zeit dieses Gefühl. Schlimm, wenn es sich tatsächlich bewahrheitet.
[ge]jubelt: Gar nicht, auch nicht beim 1:3.
[ge]schimpft: Auf den Schiri, die Gäste, das eigene Team, die Wurst und das Bier.
auf[ge]regt: Nach dem 1:3. Neuerdings ist man so blöd und glaubt beim FC an die wunderlichsten Dinge und guckt dämlich auf die Uhr. Dabei war längst alles verloren.
[ge]wünscht
: Halt mal einer die Zeit an. Um 17 Uhr.
[ge]hört: Pfiffe gegen Petit. Dabei spielt Chihi den Grottenpass vor dem 0:1.
[ge]dacht
: Wenn Yalcin Spielzeit für Petit bekommt, kann die Wertschätzung des Portugiesen nicht mehr allzu hoch sein.

[ge]konnt
: Die Schüsse zum 0:1 und 0:3.

[ge]gangen
: Sind die meisten Zuschauer nach dem 0:3 und nochmal so viele ab der 80. Minute. Kannte man gar nicht mehr.


Video (FSK FC-leidensfähig)

Montag, 11. April 2011

1. FC Köln: Die Schmach im Derby



[für die nerven
] Der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt nach wie vor sieben Punkte bei fünf ausstehenden Spielen. So gesehen sind die Chancen gestiegen, den Vorsprung ins Ziel zu retten. Blöd nur, dass drei direkte Konkurrenten gegen uns noch Big-Points holen können.

[das ist schlimm] Zweimal haushoch gegen den Tabellenletzten zu verlieren, ist peinlich. Dass man der rheinische Rivale ist, macht die Sache beschämend.
[die wahrheit] Üble Katastrophen sind beim 1. FC Köln nach wie vor nicht ausgeschlossen.
[die befürchtung]: Das kommende Heimspiel gegen den VFB Stuttgart wird zur großen Schlotterpartie, bei dem es trotz der Heimsieg-Serie schneller unruhig werden kann, als sonst.
[die hoffnung] Bislang ist ja immer alles gut gegangen.
[schwachsinn]: Am Sonntagmittag habe ich mal ganz kurz den Abstand nach oben errechnet. Aber wirklich nur ganz kurz.
[das schönste] So euphorisch die Siege gefeiert werden, so sehr wird nun mal wieder der Weltuntergang beschworen. Heißt: Derzeit fühlt sich die Niederlage schlimmer an, als sie - sportlich gesehen - in Wahrheit ist.

Sonntag, 20. März 2011

[ver]loren: Der 1. FC Köln in Hamburg

Eigentlich wollte ich nach Hamburg fahren. Daraus wurde doch nichts. Ob das gut oder schlecht war - schwer zu sagen. Auswärtsspiele, bei denen man auch mal eine Halbzeit ein Viertelstündchen am Bierstand verweilen kann, sind bekanntlich ziemlich interessant...

[ver]passt: Vermutlich eine lustige Hin- und Rückfahrt mit diversen Getränken
[ver]passt II: den Kater am Tag danach
[ver]silbern können: Hätte man den Hannover-Heimsieg. Dann wären es sieben Punkte Vorsprung in sieben Spielen gewesen. So viel, wie Dortmund jetzt auf Leverkusen hat...
[ve]ralbert worden: Samstag auf der Straße um 18.10 Uhr. Fußgänger sieht meinen Schal, fragt: "Tschuldigung, wie hat denn der FC gespielt." Ich: "6:2. Verloren." Er: "Oh. Mein Beleid."
[ver]drängt: Alle FC-Abwehr Schwächen. Vor dem Spiel.
[ver]loren: 2:6.
[ver]führt worden: Von der allgemeinen Euphorie. War aber auch schwer, standhaft zu bleiben...
[ver]flucht: Den HSV-Fan Premiere-Kommentator beim HSV-GedichtElfmeter. Der Kollege erklärt, warum. Sahen übrigens 90 Prozent der Kneipenbesucher genauso...dann muss das ja so sein!
[ver]saut: Der Samstagabend...
[ver]schuldet: Gewisse Spieler gewisse Tore. Aber das wird ja alles intern besprochen...
[ver]tagt: Die Nichtabstiegsfeier. Hoffentlich nicht bis zum letzten Spieltag...
[ver]zehrt: Weniger Kaltgetränke als der FC Tore bekommen hat. Andersrum wär's ja auch schwer geworden...
[ver]dutzt: War der HSV-Spieler, als der FC-Flitzer auf dem Platz vor ihm stand und ihm seinen roten Schal anbot. Guckt ihn erst ratlos an, schubst ihn dann hilflos empört weg, ehe Poldi den jungen Mann väterlich vom Platz geleitet... grandiose Szene!
[ver]bessern: Sollte sich die Mannschaft gegen den 1. FC Nürnberg. Bitte!
[ver]größert: Hat sich der Abstand zur Champions League. Und auch zum Europacup. Mist...

Samstag, 5. März 2011

BVB - 1. FC Köln: Zwölf Gedanken zum Spiel



[ge]wesen: Mit 6 Jahren in Dortmund den FC gesehen, mit 11, mit 14, mit 15, mit 18, viel zu oft mit über 20. Immer ein bisschen älter geworden, 80er, 90er, 00er und 10er Jahre - und immer auf den Sack bekommen, außer beim 3:3 2001. Aber sonst: Null, nichts, nur Niederlagen! Aber irgendwie auch interessant, wie man sein ganzes Leben wieder an solche Orte zurückkehrt.
[ge]hofft: Auf einen dreckigen Ausgleich in der 89. Minute.
[ge]freut
: Die zigtausende Bierlätzchen auf der Südtribüne. Wie schon im Hinspiel, wie in den 90ern! Super!

[ge]hört: Wohl kaum ein Stadionsprecher hat seine Tribüne so im Griff, wie Norbert Dickel in Dortmund. Unglaublich.
[ge]ärgert
: Lewandowski hatte ich in Erinnerung, dass der auch aus drei Metern am leeren Tor vorbei schießt. Nur gegen den FC nicht. Wie Bobadilla von Mönchengladbach.

[ge]irrt: Ich hab immer gedacht: Wir brauchen nen Krieger im Tor. Wie Mondy. Jetzt weiß ich: Wir brauchen einfach einen guten Keeper. Wie Rensing.
[ge]hört
: "Jetzt haben wir auch den Bayern-Dusel. Machen die Chancen nicht rein, gewinnen trotzdem."

[ge]dacht: FC spielte ja schon gepflegt, aber eine Torchance hatten sie in der 1ten Halbzeit trotzdem nicht.
[ge]lesen: Das Frank Schaefer-Interview in der Süddeutschen Zeitung. Gut!
[ge]hört
: Zwischendurch war's auch mal ruhiger. Aber nach dem Schlusspfiff umso lauter.

[ge]dacht: Wie kann man nur das ganze Spiel kiffen? Wie irgendjemand vor mir...
[ge]schaut
: Nach der Dortmund Führung auf meinen Bierbecher. Mit Lewandowski drauf. Und nen kräftigen Schluck genommen...


Sonntag, 30. Januar 2011

FC St. Pauli - 1. FC Köln 3:0

Nach dem Bremen-Sieg wurde in Köln der Aufstieg ins gesicherte Mittelfeld ausgerufen. Nach dem 0:3 gegen St. Pauli dagegen erscheint der Verein einmal mehr brachial in Trümmern. Es ist eine fatale Logik, die den 1. FC Köln wöchentlich einholt. Vielleicht würde dem Verein ein Denken abseits der Extreme manchmal gut tun. Auch wenn's erschreckend einfach klingt, aber in diesem Fall heißt das: weitermachen.

FC & Pauli-Blogs
"Wie naiv von mir", ruft das Spielfeldrand-Magazin schwer enttäuscht über die Mannschaft und die Euphorie nach dem Bremen Spiel. "Keine Spur von Erotik", findet der Werbebock. Der Vierte Offizielle urteilt für das Bayern-Spiel: "Zum FC würde es auch passen, dass wir gegen den FCB gewinnen nur um dann im nächsten Spiel wieder mit dem Arsch kaputt zu machen, was vorher aufgebaut wurde." Wie wahr!

"Was haben wir das gestern für ein grandioses Match am Millerntor gesehen", jubelt dagegen Text und Blog und blickt auf einen aus seiner Sicht rundum gelungenen Spieltag zurück.


Zum Polizeieinsatz
Die Bundespolizei zeigt in einer Pressemitteillung Fotos (hier zu sehen) von Pyrotechnik, die sie bei den 770 Kölner Sonderzugfahrern fand. Was (nur bei der An- und Abfahrt) laut Polizei sonst geschah: Pyrotechnik aus fahrenden Zügen, ein Lokal, dessen Einrichtung demoliert wurde, Würfe auf Polizisten mit Flaschen, Bierdosen und Pyrotechnik. Die Polizei kassierte 130 Pyro-Gegenstände ein (darunter auch selbst zusammengebautes) und fand im Sonderzug "geringe Mengen" Haschisch. Jede Menge Fotos rund ums Spiel gibt es hier.



Youtube

Wer die Ankunft der Kölner in Hamburg auf Video sehen möchte, der kann hier reinschauen.



Donnerstag, 23. Dezember 2010

1. FC Köln - MSV Duisburg


[ge]wundert:
Über die 8000 Duisburger. Das nennt man wohl Spiel des Jahres..

durch[ge]gangen: Am Eingang um fünf vor sieben. Super!
[ge]standen: Ewigkeiten, in der KVB vor dem Spiel.
[ge]ärgert: Über den Spruch vom Vizepräsdenten auf der JHV: "Mit Duisburg haben wir ein schlagbares Los." Wenn man ein anständiger Bundesligist ist, ja. Ansonsten: Schwer. Offenbart die ganze Ahnungslosigkeit in der FC-Führung.
[ge]schmunzelt: Sitznachbar: "Der Brecko ist heute der beste Mann beim FC." Konnte man nichtmal widersprechen...
[ge]fragt (worden): "Jetzt mal ehrlich: Wie kannst Du dir das alle 2 Wochen antun?"
[ge]ärgert: Hat sich der FC-Vizepräsi jetzt bestimmt: Weil Lautern oder Koblenz zuhause wären ja auch sicher lösbar gewesen...
[ge]sehen: Poldis unfassbarer Hammer mit dem linken Fuß. Mehrmals. Ging nur leider nicht ins Tor
[ge]standen: Die letzten Minuten. Und auch noch mitgefiebert. Man man man...
[ge]fragt: Hat die FC-Weihnachtsfeier nach dem Spiel eine halbe Stunde oder doch 45 Minuten gedauert?
[ge]hört: Eigentlich nur die Duisburger. Allerdings direkt neben dem Gästeblock.
[ge]sehen: Ausflippende Gästefans, die mit Oberkörper frei und Mittelfinger zeigend aufm Zaun zu den Sitzplätzen hingen. Hach, Fußball ist so schön...
[ge]hört: Die Weihnachtswünsche vom Stadionsprecher nach Spielende. "Lassen sie sich reich beschenken, sie haben es sich verdient." Fiel wohl aus...
[ge]dacht: Eigentlich ein passender Jahresabschluss
[ge]trunken: Kölsch, ab der 2ten Halbzeit. Danach ging's...

Sonntag, 5. Dezember 2010

Bayer Leverkusen - 1. FC Köln



Was bleibt? Nichts! Der FC hat nach 15 Spielen jämmerliche zwölf Punkte. Das Spiel in Leverkusen lief zwar weniger hässlich als erwartet, aber mehr als ein bisschen Applaus nach Abpfiff war nicht drin. Die (sportliche) Lage ist dramatisch und es fehlt nicht viel, dann ist sie hoffnungslos.

Der Rückblick:

[ge]freut:
Über die Stadionerweiterung, die fast ausschließlich den Gästefans zu Gute kommt

[ge]staunt: über die Pyrotechnik, die im Gästeblock verbuddelt war
[ge]ärgert: Beim FC zahlt man fürn Sitzplatz das Doppelte
[ge]sehen: Einen halbleeren Stehblock der Heimfans zehn Minuten vor Spielbeginn
[ge]hört: "Macht sie nieder, schießt sie aus der Liga" - aber nur zwischen der 55. und 65. Minute
[ge]trunken: Glühwein. Nichts zu meckern...
[ge]plant: Hoffnungslose Missionen bleiben zu lassen. Aber den Plan gibt's schon seit zehn Jahren...
[ge]dacht: Ziemlich ruhig hier. Zumindest wenn man mit der S-Bahn fährt.
[ge]lacht: Eine Frauenstimme ermahnt die Fans zum Anpfiff. Klang lustig.
[ge]freut: Man kann mit Geldkarte bezahlen. Praktisch.
[ge]standen: Das ganze Spiel
[ge]lauscht: Den Heimfans. War aber meistens schwierig...


Samstag, 13. November 2010

1. FC Köln - Gladbach: Nichts als Ärger!

12 Spiele, 8 Niederlagen - der 1. FC Köln hat nichts - kein Konzept, keine Mannschaft und keine Punkte. Das neuerliche Trauma gegen Borussia Mönchengladbach verdeutlicht: Nach zwei Jahren und vielen Investitionen ist neben Verbindlichkeiten eine Mannschaft geblieben, die keinen Kopf, zu wenig Anführer und mittlerweile auch keinen Torwart mehr hat.

Gerärgert 1: Alle rufen dazu auf, früh anzureisen, aber dass man Sonderzüge auch früher bereitstellt, daran denkt niemand. Auch nicht die KVB.
Geärgert 2: Kein (Frust)Bier im und ums Stadion
Geärgert 3: Das ganze Spiel
Geärgert 4: Köln hat nur noch einen untauglichen keinen Torwart, und verantwortlich dafür ist der Personalplaner
Geärgert 5: In der ersten Halbzeit über die Gladbacher Nr. 9 gelacht, der dickste Mann auf dem Platz - gescherzt, dass natürlich der noch treffen würde - Ehrensache beim FC!
Gefragt: Wie Abwehr und Torwart unter der Woche wohl die Abstimmung trainiert haben?
Gedacht: Der FC schafft es nichtmal, gegen die Schießbude der Liga zu treffen
Gelacht: Polizei schaut auf Krawalltouristen am Militärring - Krawalltouristen fotografieren Polizei, wie absurd!
Gewartet: Um 13 Uhr, 30 Minuten, am Neumarkt, dem großen KVB-Verkehrs-Verhinderungs-Knotenpunkt - im Regen...
Gedacht: Unfähige Gladacher, aber noch unfähigere Kölner
Gesehen: Den gefühlt 1000. Gladbacher-Sieg in Müngersdorf
(Zurecht)Gelegt: Die Einladung zur Jahreshauptversammlung
Gelassen: Den pseudo-überhöhten Hass, den sich manche aufbauen, und dann meinen, sich daneben benehmen zu dürfen
Gezählt: Wie viele Samstage hat mir der Verein jetzt eigentlich schon versaut?
Geschmunzelt: Durchsage der KVB-Fahrerin, die wohl zum ersten Mal Fußballfans fuhr: "Wenn Sie weiter gegen die Scheiben klopfen, lasse ich den Wagen räumen."
Gefreut: Michael Frontzek tröstet Poldi nach dem Schlusspfiff

Samstag, 16. Oktober 2010

Psychokasten Müngersdorf

Der 1. FC Köln erzieht sein Publikum zu einem Haufen aggressiver Nörgler. Die Hartnäckigkeit, mit der Menschen im Kölner Stadion für Geld frustriert werden, ist bemerkenswert. Nur Manager Michael Meier bleibt gelassen. So auch nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund.

Es sind Momente, die das Verhältnis zum eigenen Fußballverein nachhaltig prägen. Erst hoffen, dann umfallen und schließlich zu sehen, wie 10000 Dortmunder durchdrehen, die Gästebank aufs Spielfeld rennt, der Gast-Keeper ekstatisch über den Platz sprintet. Jeder erahnte den Moment des Knockouts, dabei hoffte jeder auf den Moment des totalen Glücks.
Die Wiederholung der Ereignisse gegen Dortmund vergrößerte die Ohnmacht entschieden.

Das schlimme Ende des FC-Heimspiels gegen Borussia Dortmund erschlug das Heimpublikum. Niemand war in der Lage, spontan seine Enttäuschung auszudrücken. Stattdessen gab's Applaus für die Spieler. Nur ein - wohlgemerkt vorher geplantes - Plakat, das nach Spielende entrollte wurde, erinnerte Spieler und Trainer daran, dass Einsatz nicht reicht, wenn man am Ende verliert.

Die Dortmunder Gäste reisten mit dem wohl stimmgewaltigsten Anhang an, der sich seit langer Zeit in Müngersdorf eingefunden hatte. Fast 100 Prozent des Gästeblocks gesangsbereit, dazu viele Gelbe im Stadion verteilt. Die Südtribüne hatte Schwierigkeiten, dagegen anzusingen. Anderseits muss man den Gäste-Auftritt relativieren: Klar, Dortmunds Auswärts-Mob ist in den vergangenen Jahren außergewöhnlich gut. Klar ist aber auch, dass nach einem solchen Saisonstart auch der größte Skeptiker überzeugt ist, alles zu geben.

Das FC-Publikum mutiert derweil zunehmend zu einer gefährlichen Mischung aus aggressiven Nörglern, die jedoch erst durch den Psycho-Schauplatz Müngersdorf dazu gemacht wurden.

Bemerkenswert war außerdem, dass FC-Trainer Soldo nun schon im zweiten Heimspiel bei Verkündung der Aufstellung mit großer Leidenschaft ausgebuht wurde. Neu ist dieses Gefühl für Miso Brecko. Nach einigen unglücklichen Aktionen pfiff ihn das Heimpublikum in der ersten Halbzeit nieder - Pierre Wome lässt grüßen. Einen dritten - diesmal spontanen - Ausbruch der Entrüstung gab es, als Michael Trippel vermeldete, das Stadion sei ausverkauft. AUSVERKAUFT! Schon wieder, wir kommen immernoch hierhin, sehen diesen Mist, kapiert ihr das eigentlich? So, oder so ähnlich dürften es viele Leute empfunden haben.

Beruhigend ist es als Anhänger auch nicht, wenn man sieht, wie der FC-Manager nach dem Spiel mit einem Lächeln verkündet, dass ja alles so weitergehen könnte wie bisher. Ein Manager, der eine bundesuntaugliche Mannschaft zusammengestellt hat, der glaubt, dass Poldi auf hohem Niveau jammert und es geschafft hat, nun keinen Bundesliga-Torwart mehr zu haben.

Samstag, 28. August 2010

Der FC-Spieltag im Netz

Der Fußballnachmittag hat sich verändert. Früher gab's WDR2 und die Sportschau - oder den Kumpel mit Premiere World. Nun braucht's einen Computer mit Internet. 90 Minuten Fußball und die große Auswahl. Der FC-Spieltag im Web.

Der FC twittert vor dem Spiel über den offiziellen Account ein Video aus einem Fanbus. Die Hymne läuft. 15 Minuten vor Spielbeginn gibt's die ersten Fotos von der Pressetribüne, sie zeigen ein leeres Stadion. Von den Blogger Kollegen vor Ort gibts Handy Fotos vom Stadioneingang oder aus dem Fanblock.

Der FC Liverticker ist bei Facebook eingeklickt. Kommt zwar nicht viel bei rum, aber jeder kann mitreden. Immerhin.

Auch Bewegtbilder sind kein Problem, z.B. hier, je nach Geschwindigkeit sind die jedoch mit dem WDR2-Radio-Livestream nicht synchron. Ärgerlich.

Während des Spiels dann wirds etwas ruhiger. Im Fanblock bleibt keine Zeit, Fotos zu schicken, die Pressetribüne ist mit dem Liveticker ausgefüllt.

Wer will, kann das ganze Spiel zwischen Twitter, Liveticker und Livestream hin und herschalten und dazu noch die Radiokonferenz hören.

Fazit 1: Wer möchte, hat die totale Reizüberflutung, verpasst aber auch nichts.

Fazit 2: Wer bei Sky tatsächlich meint, er könne seine Abo-Zahlen in Zukunft noch entscheidend steigern, der glaubt an den Weihnachtsmann.

Fazit 3: Im Stadion ist's immernoch am schönsten.

Sonntag, 22. August 2010

Das Leid gegen Lautern


Der FC-Saisonstart gerät zur beispiellosen Verkettung dümmlicher Umstände. An dessen Ende die rund 7000 Gästefans immer ekstatischer jubeln und hämisch weiße Taschentücher schwenken!

Lautern ist leider wieder da! Hohn von einem Aufsteiger, den der FC im Mai 2008 in die dritte Liga hätte schießen müssen! Dessen schwache Vorstellung reichte, um in Köln zu siegen - und seine wachsende Erstligaeuphorie durchs Kölner Stadion zu schreien. Das hat uns gerade noch gefehlt!

Eigentlich waren die Voraussetzungen für einen aufregenden Nachmittag fantastisch. Das Stadion war nach 87 Sekunden emotionalisiert. Sieben Minuten nach dem Anpfiff auch noch die - aus Kölner Sicht - natürlich gerechte Strafe für die Ungerechtigkeiten zuvor. Dann noch das Rumgegurke der Gäste in der 1. Halbzeit. Eine kämpfende Kölner Mannschaft, die in Unterzahl dem Publikum drei Punkte schenkt - ja, das wäre alles schön gewesen. Zu schön. Stattdessen löste sich nach dem 1:1 das auf, was nach der Roten Karte das ganze Spiel schon bedenklich wackelte: Das Kölner Mannschaftsgebilde.

Keine Punkte, schlechte Stimmung, keine Innenverteidigung und Zuschauer, die nach 80 Minuten das Stadion verlassen - die Saison 2010/2011 beginnt missmutig, auch wenn FC eher unglücklich denn unfähig agierte. Gelingt kein Sieg gegen St. Pauli, hat der FC seinen - pausenbedingten - Neukredit beim Heimpublikum nach nur zwei Wochen wieder verspielt.


Das Spiel in Stichworten:

(Ge)lesen: Zvonimir Zoldo (mit Z!) auf dem Geißbock Echo Titel! Wer da redigiert hat, hat diese Woche Spaß!
(Ge)freut: Endlich hat das Catering auf stilvolle Plastikbecker ohne Pfand umgestellt
(Ge)lacht: Michael Henke tritt vor Wut nen blauen Plastikeimer kaputt
(Ge)dacht: Endlich wieder kostenpflichtiges Ärgern
(Ge)wundert: Die bislang leere Ebene auf der Südtribüne ist nun eine Edel-Lounge mit Palmen und allem Schnick-Schnack
(Ge)hört: Coole Oldschool Lieder der Lauterer: "Es kommt die Zeit, in der das Wasser wieder steigt", "Cologne Cologne, die Sch......"
(Ge)gangen: Um 17.30 Uhr
(Ge)hofft: Einen neuen Poldi zu sehen. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt...
(Ge)ärgert: Warum muss man auch in der 30. Spielminute fünf Minuten für ein Kölsch anstehen? Tatort: Oberrang Süd
(Ge)freut: Klimatisierte KVB-Züge nach dem Spiel! Bravo!