Samstag, 27. Februar 2010

Kölner U-Bahn Bau

Dass beim U-Bahn Bau in Köln alle einige Dinge falsch gelaufen sind/laufen, weiß mittlerweile ganz Deutschland. Wie weit die Kölner Bürger und die Bahn-Bauer in ihrer Meinung über die Nord-Süd-Stadtbahn inzwischen auseinander liegen, war jetzt im Kölner Gürzenich zu sehen. 400 Bürger im Saal, elf Leute auf dem Podium. Rechtfertigungen hier, Anschuldigungen dort. Die Stimmung zwischen Bürgern und ihren Vertretern total vergiftet. „Ein Teil meiner Familie könnte noch leben,“ ruft eine. „Mit meinem Leben spielt ihr nicht“, ein anderer.


Die KVB, listen detailliert auf, was sie wann gemacht haben, erklären das mit technokratischen Begriffen. Der Nutzwert für die Besucher ist gering, denn diese Erklärungen gehen an ihren Ängsten vorbei. Die Folge: Vieler der Bürger beschimpften Verantwortliche auf dem Podium als Ahnungslose, Verbrecher und Laien. Und sie fragen sich: Wer beantwortet uns die Frage, was wann nicht gemacht wurde?


Warum ist die Wut so groß? Der wichtigste Aspekt blieb bei den Wortführern auf dem Podium unbeantwortet – vielleicht, weil sie ihn nicht beantworten können, wahrscheinlich aber, weil sie für solche Antworten schlichtweg nicht bezahlt werden. Und das ist - leider - nicht einmal als Vorwurf zu werten.


Es geht um Vertrauen und Authentizität, um Rückhalt bei den Menschen für die das Projekt gedacht ist. Das alles haben die Menschen verloren. Ein Bürgermeister, der keine Glaubwürdigkeit mehr bei den Menschen hat, macht sich lächerlich. Wenn Verantwortliche eines solch sensiblen Bahn-Baus ihre Glaubwürdigkeit derart brutal verloren haben, müssten auch sie die Konsequenzen ziehen.

Dass die Methode Rechtfertigen und Aussitzen nun ein Jahr funktioniert, macht die Menschen wütend. Einzelne kleben am guten Posten, am guten Geld. Das hat weitaus größere Folgen: Es erschüttert das Vertrauen der Bürgen in das gesamte System der Stadt Köln. Das ist verantwortungslos und fahrlässig.

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